17. Oktober 1999
Da es keine Abendflüge nach Amerika gibt, stehen wir wieder um 4.00 Uhr auf. 4.45 Uhr Abfahrt nach Hannover. Diesmal kein Regen. Wir parken im Parkhaus Nord. In Hannover schleppende Abfertigung, fast typisch Dienst nach Vorschrift. Keine Werbung bei den ausländischen Gästen .Ein voller Airbus 321/100 der Lufthansa bringt uns in 45 Minuten nach Frankfurt/M. Es geht zügig weiter. Wir checken bei United Airlines, dem amerikanischen Partner der Lufthansa ein. Die amerikanischen Sicherheitskräfte fragen einen Unsinn. Wer hat die Koffer gepackt, wo wurden sie gepackt, ob uns einer eine Tasche mitgegeben hat, ob wir Bomben oder Handgranaten oder ähnliches mitführen.
Boarding: wir sitzen über dem linken Flügel in einer Boeing 777. Nach dem Start sieht man für kurze Zeit den Jetstream am Flugzeug. Frühstück fällt aus, dafür gibt es gleich Mittagessen. Ria und ich erhalten zum 1. Mal vegetarisches Essen im Flugzeug; Christian hat man nicht berücksichtigt.
Im Flugbegleitheft lese ich : Chicago just seems to inspire hyperbole. The Illini Indian``s word: "Che - can - go" translates both "place of the wild onion" and Great Strindberg: City of big shoulders".
Da fliegen wir also hin in den bequemen Sitzen der B 777und was schießt einem da so alles durch den Kopf? Chicago Bulls; Al Capone; die Kriminalfilme aus Chicago ´s Zeit der Prohibition ,Verbrechertum, Maffia, korrupte Politiker Chikago war schon immer eine „windy City". Der Name rührt nicht nur von der Lage am windigen Lake Michigan her, sondern von seinen ungestümen Politikern. Einen weiteren Spitznamen gibt es noch für diese Stadt: „the second city" aus den Jahren als Chicago in der Einwohnerstatistik hinter New York City lag.
Wir fliegen wieder unsere alte Route in die Vereinigten Staaten über Irland, Grönland, Neufundland, die großen Seen und landen gegen 10.30 Uhr Ortszeit auf dem O´Hare – International Airport. Nach dem Auschecken fahren wir mit einer Flughafen bahn von T 3 nach T 5. Hier helfen uns nette Angestellte der S- Bahn, um die richtige Linie, CTA Blue Line bis Monroe – Street, im LOOP nehmen. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt erreichen wir die empfohlene Haltestelle.
Nach kurzer Suche finden wir unser Hotel: The Palmer House Hilton,17, East Monroe Street.
Wir haben hier für 6 Nächte gebucht. Die Eingangshalle und die Flure sind sehr schön, alles ist äußerst gepflegt. Dieses Hotel ist das älteste Hilton in Nordamerika, es existiert seit 125 Jahren. Die Decke der Lobby ist einfach „himmlisch". Ria meint, man stände in der Sixtinischen Kapelle.
Wir wohnen im 14. Stock, Zimmer 213. Das Zimmer ist großzügig, es hat 2 Bäder und 2 begehbare Schränke.
Erster Spaziergang in die heute wirklich „windy city" zur Michigan Avenue, zur „Magnificent Mile". Überall Cows on Parade, Kühe in den buntesten Bemalungen und extravaganten Ausgestaltungen sind in der gesamten Stadt verteilt, laut Prospekt über 262 Viecher.
Nach einem Besuch bei McDonalds schlendern wir wieder zum Hotel zurück.
18.00 Uhr Ortszeit Bettruhe.
18. Oktober 1999
Um 3. 00 Uhr sind wir alle wach. Danach schlafen wir bis 7 und gegen 8. 00 Uhr sind wir „stadtfein". Zunächst gehen wir ins James R. Thompson Center zum AAA. Die Verbindung des ADAC mit diesem Verband hat uns schon sehr viel genutzt. Hier versorgt man uns wieder großzügig mit Karten und Tourbooks über Chikago und Florida und für die beabsichtigte Reise nach Westkanada. Zum Gebäude noch eine Anmerkung: Das eindrucksvolle Atrium und die geschwungene Gestaltung waren weniger ein Stein des Anstoßes als die mangelhafte Klimaanlage. So mussten die Angestellten im Winter mit Handschuhen arbeiten. Durch teure Umbauten ist dieses Problem mittlerweile behoben.
Chicago (Stadt, Illinois), Stadt im US-Bundesstaat Illinois und drittgrößte Stadt der Vereinigten Staaten. Sie ist eines der führenden Industrie-, Finanz- und Verkehrszentren des Landes. Die Stadt erstreckt sich etwa 47 Kilometer entlang des Südwestufers des Michigansees in einem flachen Gebiet, das von den beiden kurzen Flüssen Chicago und Calumet durchzogen wird. Beide sind über Kanäle mit den Flüssen Illinois und Mississippi verbunden, was Chicago zu einem Verkehrsknotenpunkt an der Wasserstraße zwischen dem Mississippital über die Großen Seen und den Sankt-Lorenz-Seeweg bis zum Atlantischen Ozean macht. Der internationale Flughafen Chicago-O’Hare zählt vom Passagieraufkommen her zu den größten der Welt.
Stadtbild
Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Stadtbild von Vertretern moderner Architektur geprägt. So wurde der erste Wolkenkratzer der Welt 1885 in Chicago erbaut. Die meisten Architekten, deren Gebäude maßgeblich die Skyline von Chicago prägen, gehörten der Chicago School an. Im Herzen der Stadt befinden sich einige der weltweit höchsten Gebäude, darunter der 442 Meter hohe Sears Tower. Der Bau von hohen Bürogebäuden wird fortgesetzt.
Bevölkerung
Die Einwohnerzahl Chicagos beträgt etwa 2,77 Millionen; in der gesamten Agglomeration leben etwa acht Millionen Menschen. In Chicago ist das kulturelle Erbe der Immigranten stark präsent und Angehörige zahlreicher ethnischer Gruppen leben in der Stadt. So sind z. B. viele Bewohner deutscher, polnischer und irischer Abstammung. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind Schwarze, knapp zehn Prozent sind Nachkommen von Zuwanderern aus lateinamerikanischen Ländern.
Chicago zählt zu den wichtigsten Verkehrszentren der Vereinigten Staaten. Der Hafen ist ein wichtiger Umschlagplatz für Exportgüter wie Eisenerz, Kohle, chemische Erzeugnisse, Textilien, Erdöl und Getreide. Ausländische Schiffe erreichen den Hafen über den Sankt-Lorenz-Seeweg und liefern Autos, Stahl, Fisch und alkoholische Getränke.
Wichtigster Produktionszweig ist die Herstellung elektronischer Geräte, darüber hinaus sind Maschinen- und Fahrzeugbau, Verarbeitung von Nahrungsmitteln, Druckgewerbe sowie die Herstellung von Präzisionsinstrumenten, Textilien, Stahl, Metallwaren und chemischen Erzeugnissen von Bedeutung. Chicago ist ein bedeutender Messestandort, Sitz einer Wertpapierbörse und wichtiger Handelsplatz auch für Getreide, Fisch und Blumen.
Geschichte
1673 passierten die französischen Forschungsreisenden Jacques Marquette und Louis Jolliet das Gebiet des heutigen Chicago, das von den hier lebenden Indianern „Checagou" genannt wurde. Etwa ein Jahrhundert später errichtete Jean Baptiste Point du Sable, ein haitianischer Händler afrikanischer und französischer Abstammung, die erste ständige Siedlung nahe der Mündung des Flusses Chicago. Bis 1837 betrug die Einwohnerzahl aufgrund der Hafenausbauten und des Baubeginns an Illinois- und Michigankanal etwa 4 000. Der Bevölkerungszuwachs war rapide, und wurde durch die Fertigstellung des Kanals 1848 sowie den Bau der Eisenbahn Anfang der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts vorangetrieben. Schon bald entwickelte sich Chicago zu einem großen Eisenbahnknotenpunkt und einem bedeutenden Industriezentrum.
Immigrantenströme aus Europa, vorwiegend aus Polen, Juden, Russen, Tschechen, Litauern, Serben, Italienern und Griechen bestehend, trugen zur ethnischen Vielfalt der Stadt bei.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt wiederholt Schauplatz sozialer Auseinandersetzungen. Bei Demonstrationen von Industriearbeitern zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Anhebung der Löhne kam es z. B. beim Haymarket-Aufstand im Mai 1886 und beim Pullman-Streik im Juni 1894 zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die zahlreiche Menschenleben forderten.
Bis 1890 hatte die Einwohnerzahl Chicagos aufgrund der Eingemeindung mehrerer Vororte die Millionengrenze überschritten. Im Sommer 1919 kam es in den gesamten Vereinigten Staaten zu Rassenunruhen, von denen die schwersten in Chicago ausgelöst wurden. In der Zeit der Prohibition (1919-1933) war Chicago für Alkoholschmuggel, Gangster wie Al Capone und Bandenkriege, tragisch verkörpert im St.-Valentins-Massaker 1929, berüchtigt. Die Bevölkerung der Stadt nahm weiterhin zu, bis sie 1950 ihren höchsten Stand von über 3,6 Millionen Einwohnern erreichte. In den letzten Jahrzehnten wurde der Straßenbau intensiviert und eine Verbesserung der Lebensbedingungen in den Slumgebieten angestrebt, um den städtischen Verfall einzudämmen.
Vom Thomson Center an der Randolph Street gehen wir zum Chicago Cultural Center in die Washington Street. Hier ist auch das städtische Informationsbüro untergebracht. Im Gebäude sind verschieden Ausstellungen. Eine Ausstellung nennt sich BOOKISH. Hier haben sich einige lokale Künstler am Buch als materiellen Gegenstand ausgelassen: z.B. geschredderte Bücher in einem Aquarium, (von Marc Artander: The rise and the fall of the third Reich) ein anderes Buch mit Plastikzähnen, in einer Ecke gestapelter Bücherhaufen (Buzz Spector : studio installation und noch verrückter eine Art Kurzpeitsche mit Papierstreifen (Willaim Drendel : The Starr Report . Beat yourself America) und nicht zu vergessen die Lesemaschine. Ein Skelett steht vor einem Lesepult und liest vernehmlich aus einem Buch,( Ino Cook: readings from the book), wobei sich der Unterkiefer wie beim Sprechen bewegt.
Im angeschlossenen Museum of Broadcast Communications wird die Entwicklungsgeschichte von Radio und Televison auch anhand witziger Werbefilme und amerikanische Fernsehserien aus den Jahren 1959 bis 1970 gezeigt.
Besonders beeindruckend ist die gläserne Domkuppel aus dem Hause Tiffany.
Ein kleines Fahrradmuseum ist ebenfalls angeschlossen und wird besichtigt.
Wir gehen weiter zur Magnificent Mile. Die prächtige Meile ist eine der teuersten Einkaufszeilen der Welt. Alle einschlägigen Luxusgeschäfte sind hier zu finden. Hier wir die M M auch Miracle Mile genannt und erstreckt sich auf der North Michigan Avenue zwischen Oak Street und Grand Avenue und ist in der Tat genau eine Meile lang. Die Hochhausfassadengestaltung ist schon wert fotografiert zu werden. „Und nach einer Weile wird es zur Gewohnheit, während des Gehens eine andere Perspektive zu wählen und nach oben zu schauen. Fassaden aus Glas und Stahl , Simse, Ornamente, Fenster, Prärie – Stil, Art-deco und Postmoderne – diese ungewöhnliche Stilmischung zu betrachten, kann ein spannender Zeitvertreib sein". Wie kam es dazu?
Als die Kuh von Ms. O´Leary im Jahre 1871 eine Öllampe umstieß, setzte sie zuerst den Stall und ganz Chicago in Brand. Dieses Desaster war gleichzeitig ein architektonischer Glückfall.
„Neue Materialien wie Zement und Terrakotta wurden angewendet, und da OTIS gerade den Fahrstuhl erfunden hatte, konnte höher gebaut werden als je zuvor. Die Stadt von Daniel Burnham, Dankmar Adler und Louis Sullivan, von Ludwig Mies van der Rohe und Frank Lloyd Wright, von Frank Gehry und Helmut Jahn spiegelt eindrucksvoll Großstadt – Architektur der letzten 100 Jahre. Chicago - typisch ist auch das Konzept, Skulpturen als öffentliche Kunst zu betrachten und inmitten der Straßenschluchten und auf Plätzen sichtbar zu machen – Picasso, Miro und Chagall sind mit großformatigen Meisterwerken vertreten.
Chicago School (Schule von Chicago), Richtung der amerikanischen Architektur, deren Vertreter im späten 19. Jahrhundert in Chicago arbeiteten und die Stahlskelettkonstruktion im Hochbau entwickelten. So entstanden nach dem Großbrand von Chicago (1871) Bauwerke, die für die Architektur des 20. Jahrhunderts als wegweisend galten. 1885 errichtete der Architekt und Ingenieur William Le Baron Jenney das zehnstöckige Home Insurance Building (abgerissen 1927) in Chicago, wobei zum ersten Mal die Skelettbauweise zur Anwendung kam, also Eisensäulen und Stahlbalken Decken und Wände trugen, eine Bauweise, die maßgeblich wurde für die sichere Konstruktion von Hochhäusern und Wolkenkratzern.
Führende Architekten der Gruppe waren Louis Sullivan, Daniel Burnham, William Holabird und Martin Roche, die alle im Chicagoer Büro von Jenney arbeiteten. Gemeinsam zeichneten Holabird und Roche verantwortlich für Stahlskelettkonstruktionen wie das Tacoma Building (1889, abgerissen 1925). Burnham und der talentierte John Wellborn Root gründeten ein Architekturbüro, das so bedeutende Bürogebäude wie das Rookery (1886), das Monadnock Building (1891) und das Reliance Building (1895) baute. Burnham entwarf auch den ersten dreieckigen Wolkenkratzer New Yorks, das berühmte Flatiron Building (ursprünglich Fuller Building), das aus dem Jahr 1902 stammt. L. H. Sullivan, der als genialster Kopf der Gruppe galt, baute mit Dankmar Adler das Auditorium Building (1890), eine Kombination aus Hotel, Büroturm und Theater mit perfekter Akustik (renoviert 1968), und das Wainwright Building (1891) in Saint Louis, das als Inbegriff des Stiles der Schule von Chicago gilt, was die Kombination von funktionalistischer Klarheit, Terrakotta- und Metallelementen betrifft. Sullivan baute das Kaufhaus Carson, Pirie und Scott (ursprünglicher Name: Schlesinger and Meyer; 1899-1904), dessen eigentlich schmucklose Fassade aus Glas und Stahl durch reich verzierte Eisenplatten verkleidet wurde. Die Prinzipien der Chicago School hinsichtlich funktionalistischer Klarheit und organischer Ausschmückung wurden weitergeführt durch Sullivans Schüler Frank Lloyd Wright. Second School of Chicago wird die von L. Mies van der Rohe beeinflusste Wiederbelebung der Schule von Chicago in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts genannt.
Wir besuchen den Music Mart at dePaul Center. Im Untergeschoss befinden sich zahlreiche Musikalienhandlungen, u.a. Les Pauls – Gitarren und eine Vorführungsfläche. Von hier gehen wir zum Chicago – Place, Mit Art-deco – Elementen versehen hat Chicago Place den schönsten Eingang aller shopping- center. Die mit Eisen eingefassten, getönten Fenster sind eine Anleihe aus der Chicagoer Schule . Hier im 8. Stock essen wir bei PANDA chinesisch und haben von dort einen herrlichen Blick auf die Glasfassade und die Stadt. Unsere Spaziergang führt uns weiter zu NIKETOWN. Nach wie vor einer der meistbesuchten Shops in ganz Chicago. Wir suchen nach Basketballschuhen für Christian. Doch Niketwown ist mehr Museum als Verkaufsladen. Die Preise sind relativ hoch.
Wir kehren bei Dunkelheit zurück ins Hotel. Im Dunkeln haben die Wolkenkratzer eine gespenstische Größe. Die S-Bahn rattert über uns im LOOP vorbei.
Wir machen es uns gemütlich. Schön, dass wir so ein großes Zimmer haben. Es ist Fernsehabend. Bei einer Flasche Wein sehen wir uns den Film „Outbreak" mit Dustin Hofmann an. Den Schluss verpasse ich: eingeschlafen.
Museum of Contemporary Art und Art Institute of Chicago
19.Oktober 1999
7. 00 Uhr wach. Alle haben gut geschlafen. Das ist gut, denn der Tag wird anstrengend. Ria kocht den Kaffee. Die Zeitung US -TODAY hängt schon an der Zimmertür.
Bericht über Hepatitis C in amerikanischen Gefängnissen und über eine neue chemische Waffe der US – Armee. Autohersteller NISSAN entlässt weltweit 2000 Angestellte. Eine Notiz aus Deutschland ist nicht zu finden.
Anschließend Aufbruch zu den o.g. Museen. Ich hatte zu Hause im Tourbook festgestellt, dass an bestimmten Wochentagen bestimmte Museen freien Eintritt gewähren. So hatten wir uns einen Museumswochenplan erstellt.
Chicago ist Sitz mehrerer Museen, zu denen u. a. das Kunstinstitut von Chicago (gegründet 1879), eines der größten Kunstmuseen des Landes, das Field Museum zur Naturgeschichte (1893) und das Du Sable Museum zu Afroamerikanischer Kunst gehören. Im Hyde Park befinden sich das Orientalische Institut und das Wissenschafts- und Industriemuseum (1893). Im Lincoln Park sind die Chicagoer Akademie der Wissenschaften (1857) und die Chicagoer Geschichtsgesellschaft (1856) ansässig. Erwähnenswert ist außerdem das zeitgenössische Kunstmuseum (Museum of Contemporary Art).
Zuerst gehen wir zum Art Institute. Doch dieses Museum öffnet erst gegen 10.30. Da es unweit vom Hotel liegt marschieren wir erst in das Museum of Contemporary Art in der Chicago Avenue.
„In dem architektonischen Prunkstück wird sich moderner Kunst multimedial genähert. Calder, Magritte, Paschke und Warhol sind zu sehen. Die interaktiven Videoinstallationen und die Fotografien neuer Talente sind aber fast noch spannender".
Zur Zeit sind interessante Ausstellungen von folgenden Künstlern zu sehen:
Eija Liisa Ahtila: Filmdramen aus dem täglichen Leben; Laylah Ali zeigt kleine
aggressive Papierarbeiten; Beat Streuli zeigt Fotografien von Menschen in der
Stadt; Malik Sidibe zeigt Bilder aus Westafrika aus der Zeit von 1962 –83;
Robert Heinecken zeigt fotografische Kunst.
Vom Terrassencafe hat meinen einen schönen Blick auf den Michigan See.
Wir gehen zum Seeufer und hier mit einem imposanten Blick auf die Silhouette der Stadt schlendern wir am See entlang zur Navy Pier .
Jede Stadt am Wasser hat in Amerika ihre Fisherman´s Wharf. Auf dieser Pier , bereits 1916 als Amüsierbetrieb eröffnet, reihen sich shop an shop, Lokal an Lokal. Nur für Kinder interessant das Kindermuseum, Riesenrad und Karussell mit handbemalten Tieren und ein kleiner botanischer Garten. Von hier aus kann man Bootstouren über den Michigan See erleben. Christian bekommt plötzlich starkes Nasenbluten. Eine ältere Frau an ihrem Stand hilft ihm gleich mit Eis.
Von dort laufen wir an einem Highway entlang und gelangen endlich zum THE ART INSTITUTE OF CHICAGO, das zur Weltausstellung 1893 gebaut wurde..
Das Art Institute, in dem Exponate aus 4 Jahrhunderten zu sehen sind, zählt insbesondere wegen seiner Gemäldesammlungen (13. Jahrdt. bis zur Gegenwart) zu den führenden Museen der Welt. Neben Werken von Rembrandt (bzw. Schule) genießen vor allem die Gemälde der Impressionisten und Postimpressionisten (Monet, Renoir, Degas, Matisse, van Gogh, Matisse, Cesanne, Feininger Braque u.a. ) internationale Anerkennung. Auch US - amerikanische Maler wie Singer und Wood sind vertreten. Hier hängen laut Reiseführer mehr französische Impressionisten als sonst wo Aber auch umfangreiche chinesische, japanische und koreanische Ausstellungen sind zu sehen. Wie in Washington kann man auch hier an die
und fasziniert von dieser Kunstwelt.. Auch bewegte Videokunst ist zu sehen. Während Ria und Christian nach Salvadore Dali noch Ausschau halten, gehe ich schon zum Hotel zurück. Kunst ist anstrengend.
20. Oktober 1999
„Wer vom LOOP spricht meint Chicago Downtown, genauer die Gegend, die von der Hochbahn EL in Form einer Schleife befahren wird. Manche Ecken im LOOP wirken heruntergekommen, vor allem dort, wo sich der kreischende EL wie auf Stelzen durch die Straßenschluchten schiebt.
Von Oben sieht alles anders aus. Im LOOP entstanden die Bahnhöfe und Piers, mit Theatern, feienen Lokalen und Hotels. Hier im LOOP sind die großen Versicherungsgesellschaften und Banken vertreten, sowie das renommierte Art Institute"
Nach dem Frühstück und Zeitungslesen wandern wir wieder los. Wir gehen die State Street Richtung Süden. Die Gegend wirkt ärmlicher und alt und unsicher.
Am Chicago Police Headquarters steht an einer Tür: Only Criminal Register. Im Foyer eine große Glasvitrine mit Polizeisternen. Wir biegen ab zum Museum. Auf einem Parkgelände blühen noch schöne Herbstblumen. Das Museum selbst liegt nahe am Lake Michigan am Lake Shore Drive. Ein Bau wie die Walhalla, 1893 errichtet, ist es eines der führenden naturwissenschaftlichen Museen der Welt (laut Tourbook) mit 19 Millionen Sammelstücken. Eine Dauerausstellung über Altägypten mit Mumien, Gräbern und nachgestellten Bestattungszeremonien als auch u.a. eine ausführliche Darstellung über das Leben der Völker in Asien und Ozeanien sind zu bewundern. Ein Versammlungshaus er Maoui ist im Original aufgebaut. Wir essen natürlich im MCD ONALD des Museums und erstehen 2 schöne Trinkbecher mit Kuhmotiven der Cow on Parade. Als die Museumsmüdigkeit uns einholt ziehen wir los und wandern am See entlang. Die Silhouette wie in Toronto tut sich auf mit Wildgänsen überall. Wir gehen noch einmal zum Museumshop des Art Institute, wo Ria ein Paar Bücher ersteht. Danach einkaufen und ab ins Hotel.
21. Oktober 1999
Der "freie Eintritt" treibt uns heute in Richtung Süden, nämlich mit der Green-line bis CARFIELD., eine ärmliche Vorstadtgegend. Von der S-Bahnstation wollen wir durch den Park zu Fuß zum MUSEUM OF SCIENCE AND INDUSTRY im Jackson Park. Wir laufen und laufen und laufen und es scheint endlos zu sein. Wir fragen nach dem Weg und man weist uns zurück nach Carfield um dort den Bus zu nehmen. Endlich sind wir da. Ein riesiges Areal erwartet uns in über 75 Ausstellungssälen. Schulklassen wälzen sich von einem Raum zum anderen. Überall Wissenschaft zum Anfassen für jeden ob jung oder alt, groß oder klein. Knöpfe drücken, an Kopfhörern lauschen, Videofilme anschauen. Von Luft- zur Raumfahrt (Apollo 8), von der Straße über Schiene zum Wasser, hier das deutsche U-Boot U505 aus dem 2. Weltkrieg. Hier kann man Erstaunliches aus Physik und Chemie erfahren. Nach ein paar Stunden sind wir fußlahm und hörgeschädigt. Wir warten draußen bei herrlichem Wetter auf unseren Bus. Mir wird das zu dumm. Ich schaue mir den Fahrplan an und stelle fest, dass Buslinie 10 nur an Wochenenden fährt. Interessanterweise warteten immer mehr Leute auf diese Linie. Buslinie 55 ist die richtige. Beim Warten an der Haltestelle treffen wir eine Schulklasse aus Chemnitz, die einen netten Eindruck hinterließ.
Wir bummeln noch ein wenig, besuchen Buchhandlungen und wieder zu PANDA essen. Dann von hier zum Hotel und Feierabend.
Geburtstag und Packen
22. Oktober 1999
In den letzten drei Jahren habe ich meinen Geburtstag in Amerika verlebt: 1997 in Manassas, 1998 in Globe/Phoenix und 1999 in Chicago. Wir lassen den Tag ruhig angehen. Noch ein abschließender Bummel durch die Geschäftsstraßen zum Music Mart. Dort hören wir kurz einer Jazzcombo zu, die uns allerdings nicht überzeugte; also weiter zum Merchandise Mart, einem Warenhaus, das den Kennedys gehören soll. Von außen viel versprechend, doch innen nur wenige attraktive Geschäfte; hauptsächlich Möbel und Antiquitäten und sonstige small shops Ria bekommt starkes Nasenbluten. Und dann der Höhepunkt, das Abendessen.. Ein Angebot von Ria doch in das schöne Berghoff Restaurant zu gehen, wird von mir aus Kostengründen abgelehnt. Wir finden kein geeignetes Lokal und gehen zu TAZA. Ein „scharfe" Küche. Ria und Christian wählen ein Huhn nach Jamaikanischer Art und verätzen sich Zunge und Hals. Ich nehme Amish chicken, das sieht auch besonders ärmlich aus. Das Schlafen wird dadurch etwas unruhig.
Es sei noch erwähnt, dass wir auch das John Hancock Center gesehen und den Sears Tower, doch wollten wir die überhöhten Eintrittpreise für die Lifts nicht zahlen.
Weil Chicago zumeist als ungemein schmutzige Großstadt dargestellt wird, tut eine kleine Korrektur not. Es gibt dort 430 grüne Parks, lange und schöne Strände.
Auch eine andere Eigenart der Stadt muss erwähnt werden, das Klima. Im Sommer ist es furchtbar warm, mit Temperaturen bis +40 Grad . Im Winter lassen kalte Winde , die von Kanada herunterwehen, das Thermometer oft auf –30 Grad fallen.
23. Oktober 1999
5.00 Uhr Aufstehen. Mit Sack und Pack zur nächsten CTA-Station und mit Blueline zum Flughafen. Wir checken frühzeitig ein und können als Miles and More Passagiere mit der Business Class boarden. Angenehm. Wir fliegen über den Südosten . Über den Shannondoah und Mississippi – Okefenokee-swamp. Eine tolle Fernsicht vom Flugzeug aus. Der Zielflughafen liegt weit draußen. Am baggage claim stellen wir fest, dass Rias Reisetasche fehlt. Ria reklamiert während Christian und ich das restliche Gepäck bewachen. „Der Koffer wird nachgeliefert, erklärt eine nette Frau Ria. Wir verlassen uns darauf und gehen zu Avis. Hier erhalten wir ein Luxusauto, einen Chevrolet Impala. Hier ist es sehr warm und so fahren wir sofort über den Interstate 95 South durch Jacksonville weiter nach St. Augustine.
Jacksonville (Florida), Hafenstadt in Florida (USA). Jacksonville ist die am dichtesten besiedelte Stadt in Florida und sowohl für das nördliche Florida als auch das südliche Georgia das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Wirtschaftliche Bedeutung haben neben der Holzverarbeitung chemische und Nahrungsmittel verarbeitende Industrie sowie Tourismus.
Die ersten weißen Siedler im Gebiet des modernen Jacksonville waren französische Hugenotten, die sich 1564 hier niederließen. Das von ihnen am Steilufer des St. Johns River errichtete Fort Caroline wurde 1565 von Truppen aus der spanischen Siedlung Saint Augustine zerstört. Die Engländer eroberten die Region im späten 18. Jahrhundert. Jacksonville ist nach Andrew Jackson benannt. 1968 wurden Jacksonville und der größte Teil des Duval County zusammengelegt. Die Fläche beträgt etwa 2 003 Quadratkilometer, die Einwohnerzahl etwa 675 000
Zur Zeit findet hier das Jacksonville Jazz Festival statt, eines der größten der Welt.
Wir biegen ab auf die 1 South und gelangen nach St. Augustine: Saint Augustine ist nachweislich die älteste Stadt der USA. Ponce de Leon, der hagere spanische Konquistador, soll bereits 1513 hier in der Nähe Florida betreten und das Land nach dem bevorstehenden Osterfest „ Pasqua Florida" getauft haben. Die Stadt selbst wurde 1565 von den Spanier gegründet, lange bevor die Pilgerväter mit der Mayflower an der Ostküste landeten. Der Stadtkern sieht so aus wie vor 400 Jahren. „St. Augustine ist ein geschichtsträchtiger und geschichtenträchtiger Ort (Tall Tales)". Hier steht der älteste Gemischtwarenladen und das älteste Schulhaus der USA. Ria fährt vorsichtig durch die überlastete OLD TOWN vorbei an Fassaden viktorianischer Häuser. Überall Pferdekutschen. Wir müssen schon niesen als wir sie sehen. Wir biegen ab und überqueren den Malanzas River über die Bridge of Lions, schauen rüber zum alten Castillo de Marcos und gelangen auf Anastasia Island zu unserem Motel DAYS INN, das direkt an der BEACH liegt. Vor kurzem hat hier ein Hurrikan schwere Schäden an Gebäuden und Bepflanzungen verursacht. Unser Motel scheint verschont geblieben zu sein. Wir gehen noch in eine Mall und kaufen Multivitamintabletten, 300 Stück für 8.00 USD. Anschließend sind wir kaputt und gehen früh zu Bett.
24. Oktober 1999
In der Nacht blinkt das Telefon . Die Reisetasche wurde gebracht. Nach dem Frühstück fahren wir auf die 1 South bzw. I 95 an Daytona Beach vorbei zum Kennedy – Space – Center.
Auf der Fahrt dorthin grüßt Daytona Beach mit einem Riesenschild: Where the cars were the stars! Hier darf man heute noch viel Lärm und Gestank am 37 km langen Strand mit seinem heißen Ofen entlang donnern.
Hinter Titusville fahren wir links ab zum Raumfahrtgelände. Tolle Anfahrtsstrecke, riesige Parkplätze, diverse Raketen grüßen und noch toller die Eintrittspreise mit Rundfahrt und Imax 26 USD pro Person. Nun haben wir auch schon vieles über die Raumfahrt in einschlägigen Museen in Washington bzw. Chicago gesehen. Wir empfinden das hier alles als Nepp und versuchen selbst nach Cape Canaveral zu gelangen. Doch die Abschussrampen auf Merritt Island grüßen uns nur von Ferne zu, da am Flughafen uns der Eintritt versperrt ist. Technik und Natur scheinen auf jeden Fall hier eine friedliche Koexistenz zu führen. Das gesamte Gelände ist 500 qkm groß, wobei nur 7% von der NASA genutzt wird. Hier im Merritt Island National Wildlife Refuge sollen über 300 Vogelarten und Alligatoren leben – die Tiere haben sich wohl an den Fluglärm gewöhnt.
Zurück zum I 95 South nach Melbourne. Hier ersteht Christian die 1. Jeans dieser Reise. Etappenziel ist heute VERO BEACH. Hier übernachten wir im Howard Johnson für 48 USD.
25. Oktober 1999
Es ist sehr warm. Wir verlassen Vero Beach und fahren weiter auf der 1 South bzw. A1A am Atlantik vorbei. Riesige Sandstrände und Farmland hinter Fort Pierce und ein K-MART! Hier wird erst wieder einmal Pause gemacht. Ria und ich kaufen uns 2 Bordrucksäcke auf Rollen. Christian schenkt mir eine Uhr zum Geburtstag. Anschließend hinter Stuart wirkt diese Strecke ziemlich eintönig. Abwechslung durch einige Marts und Outlets. Schließlich beginnt PALM BEACH COUNTY.
Im Ferienprospekt Floridas steht: Palm Beach County erstreckt sich 80 km entlang der Atlantikküste und zählt zu den ersten Feriengebieten im „Sunshine State". Wir sind in Palm Beach. Hier eine herrliche Beschreibung aus dem ADAC – Reiseführer:
„Die Hündchen tragen diamantenbesetzte Halsbänder, alte Ladies, so klein und geschrumpelt, dass sie kaum übers Armaturenbrett schauen, gleiten in dicken Rolls Royces über den Ocean Boulevard jede Villa mit Privatstrand kostet zweistellige Millionensummen (USD) – das ist Palm Beach".
Diese Häuser hinter kunstvoll geschnittenen Hecken und durch schwarze Dienerschaft gepflegte Parks können wir beim Vorüberfahren bestaunen. Wir fahren über die Worth Avenue. Sie soll eine der teuersten Einkaufsmeilen Floridas sein und gelangen nach Boca Raton, im Süden des County , bekannt durch ein Tennisturnier und als gelegentlicher Wohnsitz von Steffi Graf. Hier finden wir in einer gepflegten Umgebung im Ocean Lodge Motel eine Ü