Die Regenbogennation: Südafrika

Amsterdam - Johannesburg - Waterval Boven - Krüger NP - Lower Sable - Skukuza - Newcastle - Pietermaritzburg - Durban - Port Elizabeth - Gardenroute - Plettenberg - St.Francis Bay - Knysna - Mossel Bay - Cap Agulhas - Hermanus - Kapstadt - Tafelberg - Chapman´s Peak Drive - Kap der Guten Hoffnung - Constatia

Hannover – Amsterdam – Johannesburg

26.März 1999

Taxi 55555 kommt bereits um 14.15 Uhr. Oma und Opa sind schon zum Abschied erschienen, doch Christa und Saverio fehlen noch. Wir sind alle gespannt, auf unsere gemeinsame Afrikareise. Alle Mann sind an Bord und In Hannover angekommen, macht Saverio seinen Koffer flugtauglich und dann checken wir ein. Es geht mit Éurowings nach Amsterdam.

Neben mir sitzt eine Lehrerin. Sie fliegt zu ihrer 80jährigen Mutter nach Santiago de Chile. Das Land Chile besteht aus 90 % Einwandern. Die Diskrepanz zwischen Arm und Reich ist groß. Es gibt keine Mittelschicht. In der Hauptstadt selbst leben die meisten Deutschen.

Es regnet in Amsterdam. Dort wartet eine Boeing 747 – 400 der KLM auf uns. Mit 30 minütiger Verspätung steigen wir in die Lüfte Richtung Afrika. Der Pilot gibt Auskunft über die Flugstrecke. Karlsruhe, Baden- Baden, Mailand, Palermo usw. weiter in Richtung Süden. Nur eine Stunde Zeitverschiebung erwartet uns. Die Boeing 747 – 400 hat eine Spannweite von 64,44 m und ist 70,67 m lang und fliegt mit uns 920 km/h . Die Crew ist o.k. und auch das Essen. Saverio und Christa sitzen hinter uns. Wir lesen. Ria studiert den Flugatlas.

Wir steigen abends in Amsterdam in den Flieger und am anderen Morgen spuckt uns der Riesenvogel wieder aus: in Johannesburg, in der Regenbogennation, in Südafrika.

Südafrika hat 40 Millionen Einwohner. Es ist demographisch eines der "buntesten" Länder der Welt. Erzbischof Tutu erfand den Begriff „Regenbogennation". Etwa 75% der Bevölkerung sind Schwarze, 13% Weiße, 9% so genannte „Coloureds" die sich von den Zulu, Xhosa, Sotho, Tswana usw. durch Herkunft und Sprache unterscheiden. Sie sprechen - wie die Buren - Afrikaans, 3% sind Asiaten, überwiegend Inder. Das Land hat eine Verwaltungshauptstadt PRETORIA und einen separaten Parlamentssitz CAPE TOWN.

Von Johannesburg nach Waterval Boven

27.März 1999

Johannesburg, Stadt im Nordosten Südafrikas, die im Verwaltungsgebiet Gauteng der Provinz Transvaal liegt. Als die Stadt 1886 gegründet wurde, gab es in dem Gebiet, das zur Witwatersrandregion gehört, nur Überbleibsel von alten Eisenschmelzöfen und ein paar isolierte Bauernhöfe. Unter diesem weiten Land wurden die größten bekannten Goldvorkommen der Welt gefunden.

Stadtbild

Unmittelbar nördlich der Flächen, wo Gold gefunden wurde, liegt auf etwa 1 750 Meter Höhe das Zentrum von Johannesburg. Dieser Teil wurde in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Schachbrettmuster angelegt, um die größtmögliche Zahl von Grundstücken zu erhalten und damit der Regierung hohe Mieteinnahmen zu sichern. Anfänglich wurde das Land eher vermietet als verkauft, da man damit rechnete, dass die Bergwerkssiedlung verlassen werden würde, sobald die Goldvorräte abgebaut wären. Weit gefehlt. Einige der kleinen Häuser und engen Straßen bilden noch heute das Herz des Gewerbegebiets um die Commissioner Street herum. Weitere bedeutende Gebäude befinden sich in der Eloff Street, der Haupteinkaufsstraße, die südlich des Bahnhofs verläuft. Nördlich des Bahnhofs erstreckt sich der Hillbrow-Bezirk, ein ehemals den Weißen vorbehaltenes Gebiet, in dem seit den fünfziger Jahren hochaufragende Wohnhäuser gebaut wurden. Bis zur Abschaffung der Apartheid durch die Regierung zu Beginn der neunziger Jahre mussten die Menschen im Allgemeinen nach Rassen getrennt in unterschiedlichen Gemeinden leben. Weiter im Norden liegen moderne, weitestgehend von Weißen bewohnte Vorstädte wie Houghton.

Südlich der alten Bergbauflächen, die die Stadt zerteilten, befinden sich einige Wohngebiete der weniger wohlhabenden Weißen. Südwestlich liegt das Wohngebiet der Schwarzen, Soweto. Jenseits von Soweto sind wesentlich kleinere, nach Volkszugehörigkeit getrennte Wohngebiete der Inder und der Farbigen angesiedelt.

Zu den wichtigen Gebäuden Johannesburgs gehören das Rathaus, die Öffentliche Bibliothek, das Postgebäude in der Rissik Street und der Komplex des Stadttheaters. Auffallend sind zwei Fernmeldetürme, die beide 232 Meter hoch sind, höher als das hochaufragende Bürogebäude Carlton Centre (1969-1973).

Geschichte

Johannesburg wurde 1886 gegründet, bald nachdem hier Gold entdeckt worden war. Innerhalb eines Jahres stieg die Einwohnerzahl des Bergbaulagers auf 10 000 an, von denen die Hälfte eingewanderte Weiße, vorwiegend aus Großbritannien, waren. Bald herrschte in der neuen Stadt eine gehobenere Atmosphäre. Seit 1889 gab es von Pferden gezogene Straßenbahnen und seit 1890 elektrisches Licht. 1895 betrug die Einwohnerzahl 100 000. Die Minen überstanden den Burenkrieg (1899-1902) weitestgehend unbeschädigt. Die Stadt wuchs weiterhin schnell an. Konflikte blieben daher nicht aus. Streitigkeiten innerhalb der Union erreichten beim Rand-Aufstand von 1922 einen Höhepunkt. Bewaffnete weiße Arbeiter, die Angst davor hatten, in den Minen von schlechter bezahlten schwarzen Arbeitern abgelöst zu werden, veranstalteten einen blutigen Streik, der erst durch das Einschreiten der Regierungstruppen beendet wurde. 1928 erhielt Johannesburg Stadtrecht. Im und nach dem 2. Weltkrieg zog das Wirtschaftswachstum eine Einwanderungswelle der Schwarzen nach sich. Dadurch entstanden ausgedehnte Barackenstädte wie Sophiatown. Ende der fünfziger Jahre wurde mit dem Abriss dieser Siedlungen begonnen. Viele Schwarze wurden nach Soweto umgesiedelt. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 713 000 (in der Agglomeration rund 1,92 Millionen).

Als wir in Johannesburg landen, scheint die Sonne. Der Flughafen ist an sich klein, aber international und liegt auf 1800 m Höhe.. Wir gehen zu AVIS und besprechen die Anmietung des 1. Teils der Reise bis Durban und die erneute Anmietung ab Port Elizabeth. Da der Abflug in Durban spät nachmittags ist, will man für die zeitliche Verlängerung von 3 – 4 Stunden 800 Rand kassieren. Das Entgegenkommen von Avis besteht darin, dass sie uns den Wagen etwas später aushändigen. Wir beschließen in dieser Zeit eine Stadtrundfahrt mit dem Taxi zu unternehmen für 450 Rand.

Unsere schwarze Taxifahrerin fährt uns durch die Stadt. Wir fahren zunächst durch die Innenstadt. Einige Sehenswürdigkeiten sehen wir uns vom Auto aus an; die Stadt wirkt dreckig. Es ist sehr windig. An der Börse geht’s vorbei und am Oriental Plaza, die kleinen Läden platzen aus allen Nähten. Der berühmte Muti-Shop, hier kann man gegen jedes Zipperlein ein vom Medizinmann empfohlenes Mittel kaufen. Im Reiseführer steht: „Die Warnungen vor der steigenden Kriminalität sollte man beherzigen. Kein Tag vergeht ohne Raubüberfälle, Morde und Autoentführungen – mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Ob Downtown oder Geschäftsstraßen, Johannesburg wirkt auf mich schrecklich. In den besseren Wohngebieten, fast ausschließlich Weiße. Um die Häuser der Wohlhabenden hohe Mauern und Stacheldraht und Elektrozaun. „Die Sprache der Schwarzen ist die Sprache der Peiniger". Die Schwarzen lernen Afrikaans und Englisch. Die Kinder unserer Fahrerin sprachen als erste Sprache Afrikaans. An einer Kreuzung steht ein Mann mit dem Schild „ Help me – no food – no job". Wir halten in einem wohlhabenden Viertel und essen in einem Restaurant eine Kleinigkeit. Im Untergeschoss ein Kinderorchester, offensichtlich aber auch Kinder von wohlhabenden Eltern, das Geige spielt, um vom Teller der Reichen etwas zu erhalten. Christa und Saverio holen sich in der Apotheke die notwendigen Malariatabletten. Die Fahrerin erzählt, dass sehr viele Frauen von ihren Männern verlassen würden und dass die Empfängnisverhütung nicht greift. So werden natürlich schnell die vielen Kinder zu Bettlern.

Wir holen den VW - Bus. Linksverkehr. Ria fährt uns über die N12 über Witbank über N4 bis kurz vor Waterval Boven. Der Himmel hat eine besondere Nähe, es geht vorbei an Platanen und blühenden Cosmeafeldern. Wir suchen eine Unterkunft. fahren von der Hauptstrecke , N 4, herunter nach Wonderfontain und fragen nach Motel, Hotels usw. Abseits wird Afrikaans gesprochen. Ohne Erfolg. Allmählich wird es dunkel. Saverio fährt bis Waterval Boven. Wir sehen dort ein einsames Hotel liegen, Christa und ich fragen. Rand 600 für 3 Personen. Ich finde es etwas teuer. Wir akzeptieren und stellen etwas später fest, dass das Abendessen und Frühstück im Preis enthalten ist. Na, es schmeckte uns natürlich besonders gut. Malaga – Hotel, Waterval Boven Tel. 013 734 4933.

Unsere Steckdosenadapter sind falsch. Wir kaufen hier einen. Nach einem gemütlichen Abendessen, schlafen wir gut bis zum Frühstück. Auch dieses genießen wir und entdecken anschließend die wunderschöne Parkanlage. Wir entdecken erst jetzt, dass das Hotel direkt an einem Fluss liegt. Alle Bäume sind „lehrpfadmäßig" beschriftet und Arten und Blüten begeistern uns. Diese Haus können wir weiterempfehlen.

Fahrt in den Krüger Nationalpark

28.März 1999

Es ist heiß. Nachdem unser Bus bepackt ist, fährt Saverio mit uns bis Nelsprüit. Dort in der Nähe besuchen wir einen Botanischen Garten. An der Kasse sitzt eine Schwarze. Ich bezahle den Eintritt und zeige meinen Rentner-Ausweis. Sie sagt nett, es sei ok., sie könne nicht lesen. Ehrlich. Interessante Pflanzen und ein tosender Wasserfall, den wir natürlich filmen. Nach dem Rundgang essen wir im Parkrestaurant. Die junge Bedienung spricht nur Afrikaans, so versteht sie nicht, als wir ihr ein ´"tip" geben wollen. Erst im danch folgenden Gespräch erklärt sie, dass sie nur gebrochen englisch spricht. Wir fahren weiter über Hazyview zum Paul Krüger Gate.

Kruger (Nationalpark), auch Krüger Nationalpark, Naturschutzgebiet im Nordosten von Südafrika. Der Park wurde 1898 zunächst als Wildreservat unter dem Namen Sabie Wildpark (Sabie Game Reserve) von Paulus Krüger (afrikaans Paulus Kruger), dem damaligen Präsidenten von Transvaal, gegründet. Im Jahr 1903 erweiterte man ihn und legte ihn mit dem Shingwedzi-Schutzgebiet zusammen; 1926 wurde er in Kruger Nationalpark umbenannt. Seit 1927 ist er für die Öffentlichkeit zugänglich. Nachdem er mittlerweile nochmals erweitert wurde, erstreckt sich der Park heute 320 Kilometer entlang der südafrikanischen Grenze zu Moçambique und umfasst insgesamt eine Fläche von 19 485 Quadratkilometern.

Im Park herrscht überwiegend flaches, weitläufiges Gras- und Buschland mit Steppen- bzw. Savannenvegetation vor. Hier sind 137 Säugetierarten heimisch, außerdem ungefähr 450 Vogelarten und 1 000 Reptilienarten. Zu den besonderen Säugetieren zählen vor allem Großwildarten, darunter Elefanten, Nashörner, Giraffen, Löwen, Leoparden und verschiedene Antilopen. Bemerkenswert sind weiterhin einige sehr seltene Tiere, die hier ebenfalls vorkommen, wie das Breitmaulnashorn, der Rötelpelikan und die Afrikanische Fischeule.

Am Gate bezahlen wir den Eintritt pro Auto und Person. Die ersten Wildtiere - ohne Gitter und trennende Gräben – sind die Antilopen.

Antilopen, ältere Sammelbezeichnung für eine große, verwandtschaftlich nicht einheitliche Gruppe von Wiederkäuern, die zur selben Familie gehören wie Rinder, Ziegen und Schafe. Die Antilopen sind in dieser Familie der Hornträger Mitglieder verschiedener Unterfamilien. Die Gruppe umfasst 150 Arten, von denen die meisten in Afrika und ein Teil auch in Asien leben.

In der Größe gibt es bei den Antilopen beträchtliche Unterschiede. So beträgt die Schulterhöhe des winzigen Kleinstböckchens nur 25 Zentimeter, die der riesigen, maximal 680 Kilogramm schweren Elenantilope dagegen bis zu 1,80 Meter. Die Drehhörner einer großen afrikanischen Antilope, des Kudu, werden bis zu 1,50 Meter lang. Im Unterschied zu Hirschen, denen sie im Körperbau ähneln, besitzen Antilopen nicht gegabelte, hohle Hörner, die nie abgeworfen werden. Antilopen sind außerordentlich flinke Tiere. Einige Arten erreichen Spitzengeschwindigkeiten von nahezu 100 Kilometern pro Stunde. Viele Antilopen besitzen ein auffallend gefärbtes Fell. Die einzelnen Arten bewohnen so verschiedene Landschaften wie Steppen, Savannen, Sumpfgebiete, Halbwüsten und Wälder. Manche Antilopen sind Einzelgänger, doch viele Arten bilden Herden.

Siehe auch Mendesantilope; Hirschziegenantilope; Blessbock; Ducker; Gazelle; Spießbock, Südafrikanischer; Gnu; Kuhantilope; Impala; Ellipsen-Wasserbock.

Es dauert nicht lange, da sehen wir ein Giraffe, auf der viele Vögel sitzen. An den Fühlern, die für die Giraffe wie Sensoren wirken, setzt sich oft Lästiges ab, wie Insekten oder schmutz. Die Vögel befreien die Giraffen vom „Unrat" und werden darum toleriert.

Mit der Giraffe, die meist in Gruppen von 3 – 7 Tieren auftreten , ziehen gerne die Zebras und Gnus.

Giraffe,

hinsichtlich der Körperhöhe größte lebende Tierart. Giraffen leben in trockenen, mit vereinzelten Bäumen bestandenen Regionen südlich der Sahara. Das Männchen erreicht eine Höhe von etwa 5,3 Metern und ist mit seiner 40 Zentimeter langen Zunge in der Lage, bis hoch in die Akazienbäume hineinzulangen, deren Blätter zur Hauptnahrung der Giraffen zählen.

Die Giraffe besitzt, wie die meisten anderen Säugetiere, nur sieben Halswirbel, die allerdings äußerst stark verlängert sind, um den langen, muskulösen Hals zu stützen. Wegen der großen Entfernung zwischen Herz und Kopf des Tieres ist das Gefäßsystem mit Klappen ausgestattet, damit ausreichend Blut zum Gehirn fließen kann. Beide Geschlechter tragen zwei oder vier kurze, stumpfe Hörner, die mit Haut überzogen sind. Mit ihrer langen, beweglichen Zunge sowie der großen, muskulösen Oberlippe reißen Giraffen Blätter von Bäumen. Die Tiere sind gelbbraun gefärbt mit kastanienbraunen Flecken. Diese Zeichnung, die bei jeder Giraffe anders ist, lässt sie mit den ungleichmäßigen Schatten der Vegetation verschmelzen. Mit zunehmendem Alter nehmen Giraffen eine dunklere Braunfärbung an. In freier Wildbahn erreichen Giraffen ein Höchstalter von 26 Jahren, in der Gefangenschaft maximal 36 Jahre.

Giraffen besitzen einen ausgeprägten Geruchssinn, ein gutes Gehör und äußerst scharfe Augen. Sie versammeln sich in lockeren Herden aus zwei bis zehn Einzeltieren, zu denen immer wieder neue Tiere hinzukommen, während andere abwandern. Jede Herde wird von einem erwachsenen Bullen angeführt und besteht aus Kühen, Kälbern und noch nicht geschlechtsreifen Männchen.

Wenn Giraffen galoppieren, setzen sie ihre Hinterfüße vor die Vorderfüße und schwingen den Hals wie in Zeitlupe weit hin und her. Dabei können die Tiere eine Geschwindigkeit von 56 Kilometern pro Stunde erreichen. Beim Gehen bewegen sie sich im Passgang vorwärts und setzen die beiden Beine einer Seite gleichzeitig vor. Aufgrund ihres großen Gewichts, durchschnittlich 800 Kilogramm, ist es ihnen unmöglich, morastige Flächen oder einen Fluss zu durchqueren. Auf trockenem, festem Boden legen sie allerdings große Entfernungen zurück und werden häufig Hunderte Kilometer von der nächsten Wasserstelle entfernt angetroffen. Im Unterschied zu vielen Pflanzenfressern Afrikas ziehen Giraffen in der Trockenzeit nicht fort, da sie sich von Blättern ernähren, die auch den Großteil der benötigten Feuchtigkeit liefern. Giraffen halten länger als einen Monat ohne Trinken aus. Die wenigen Male, die sie trinken, müssen sie ihre langen Vorderbeine weit auseinanderspreizen, um an das Wasser heranzukommen. Aus diesem Grund grasen Giraffen auch selten. Die Lautäußerungen der Giraffen bestehen aus klagenden oder tiefen Tönen. Für gewöhnlich schlafen die Tiere im Stehen. Giraffen verteidigen sich, indem sie mit ihren großen, schweren Hufen schlagen; ihr Hauptfeind ist der Löwe.

In der Paarungszeit konkurrieren Männchen um Weibchen, indem sie ihre schweren Hälse und Köpfe gegeneinanderschlagen. Ungefähr 15 Monate nach der Paarung bringt die Kuh ein einziges Kalb zur Welt, das etwa 1,7 bis zwei Meter groß ist und schon 20 Minuten nach der Geburt auf seinen Beinen stehen kann. Nach etwa vier Jahren ist der Nachwuchs geschlechtsreif. Giraffen wurden einst wegen ihrer dicken, lederartigen Haut stark bejagt. Heute sind es geschützte Tiere.

Wir kommen nur langsam voran, da eine Herde Affen sich auf der Straße vor uns tummelt. Saverio fährt souverän an den Tieren vorbei ,und es fängt an zu regnen. Plötzlich ein Löwe vor uns. Er trottet in aller Ruhe vor uns auf der Fahrbahn, schaut ab und zu zurück und lässt uns dann endich vorbei. Der Löwe zählt zu zusammen mit dem Leoparden, Büffel, Nashorn und Elefanten zu den „BIG FIVE".

Löwe, neben dem Tiger größte Art aus der Familie der Katzen, deren Größe, Kraft und Erscheinungsbild seit frühester Zeit die menschliche Phantasie beschäftigt. Früher waren Löwen in ganz Afrika und von Europa bis in den Iran und nach Indien verbreitet. Um 1900 kamen Löwen in Syrien nicht mehr vor; in Eurasien leben Löwen nur noch im indischen Gir Nationalpark und Löwenschutzgebiet. Heute kommen afrikanische Löwen noch südlich der Sahara, u. a. im Serengeti Nationalpark in Tansania und im Krüger Nationalpark in Südafrika vor. Diese drastische Einschränkung ihres Verbreitungsgebiets ist auf das Vordringen des Menschen und seiner Haustierherden in die Savannen zurückzuführen. Da sich Löwen in offenen Landschaften aufhalten, können sie von Jägern und Viehhirten leicht erlegt werden. In Naturschutzgebieten sind sie ein großer Anziehungspunkt für Touristen, und innerhalb der Schutzzonen ist ihr Überleben nicht gefährdet.

Löwen haben relativ kurze Beine, einen langen, muskulösen Körper und einen großen Kopf. Die Männchen weisen eine Kopfrumpflänge von 1,7 bis 2,5 Metern auf, hinzu kommt der Schwanz mit einer Länge von 90 bis 105 Zentimetern. Die Schulterhöhe erreicht 1,2 Meter, und das Gewicht 150 bis 250 Kilogramm. Die Mähne bedeckt Kopf und Hals und reicht manchmal bis zu Schultern und Bauch. Sie variiert in Länge und Farbe, von schwarz bis goldbraun. Gesunde, gut genährte Löwen haben eine längere, vollere Mähne. Die kleineren, aber ähnlich muskulösen Weibchen haben die gleiche goldbraune Farbe, tragen jedoch keine Mähne. Das Brüllen eines Löwen kann man bis zu neun Kilometer weit hören. Meistens brüllen die Tiere, bevor sie abends jagen, sowie nach einer erfolgreichen Jagd und in den frühen Morgenstunden. In der offenen Savanne, ihrem Lebensraum, ziehen Löwen täglich etwa acht Kilometer weit und verbringen nur zwei bis drei Stunden mit der Jagd; die übrige Zeit ruhen oder schlafen sie. Löwen brauchen nicht jeden Tag zu jagen.

Beutejagd

Die Beutetiere der Löwen reichen von Schliefern bis zu Giraffen. Löwen bevorzugen größere Huftiere wie Antilopen, Gazellen und Zebras, manchmal werden junge Nashörner, Elefanten und Nilpferde erbeutet. Gejagt wird meist in den Abendstunden und hauptsächlich von den Weibchen. Löwen schleichen sich vorsichtig an ihre Beute an, bis sie nahe genug sind, um mit Geschwindigkeiten bis etwa 50 bis 60 Kilometern pro Stunde angreifen zu können. Im Allgemeinen bringt die große Masse und Wucht des Löwen das Opfer zu Fall. Es wird dann mit einem Biss in die Kehle erstickt. Nachdem Weibchen die Beute erlegt haben, nähert sich das Männchen, um sich seinen Anteil am Fleisch zu holen. Manchmal jagt das Männchen dann die Weibchen fort. Ein Löwe kann 40 Kilogramm Fleisch pro Mahlzeit fressen und lässt anschließend vielleicht eine Woche verstreichen, bis er wieder auf die Jagd geht.

Fortpflanzung und Lebensdauer

Löwen sind polygam (sie paaren sich mit mehreren Partnern) und werfen alle 18 bis 26 Monate, in Gefangenschaft sogar einmal pro Jahr. Nach einer Tragzeit von 100 bis 116 Tagen kommen zwei bis vier Junge (ausnahmsweise sieben) mit dichtem, geflecktem Fell zur Welt. Bei der Geburt wiegen sie etwa 1,3 Kilogramm. Weibchen werden mit etwa drei Jahren geschlechtsreif, Männchen mit fünf bis sechs Jahren. In Gefangenschaft können Löwen bis zu 30 Jahre alt werden, in der Wildnis werden Männchen durchschnittlich zwölf Jahre, Weibchen durchschnittlich 16 Jahre alt. Junge, sehr alte oder kranke Löwen können von Leoparden oder Hyänen erbeutet werden.

Affen tummeln sich weiter vor unserem Auto. Am Sable-River steht ein riesiger einsamer Elefantenbulle. Gerade noch vor Toresschluß erreichen wir unser Camp Lower Sable, für uns 5 Personen zwei Schlafzimmer mit Dusche und eine gemeinsame Küche. Preis Rand 610 pro Tag. Die Cottages sind mit Reed bedeckt. Nach einem preiswerten Abendessen sitzen wir noch vor der Hütte und diskutieren über Soziales.

Lower Sable – Rundfahrt

29. März 1999

Angenehme Bettruhe. Am frühen Morgen liegen tausende Moskitos und Mücken vor der mit Fliegengitter geschützten Cottagetür. Gut, dass wir die Malaria-Prophylaxe nehmen. Für 36,00 Rand gehen wir Frühstücken. Vögel fliegen an die Milchkännchen und trinken daraus. Wir brechen auf zur Erkundungsfahrt durch den Nationalpark. Es ist heiß und die Sonne scheint. Antilopen der verschiedensten Arten sind übermäßig vorhanden. Interessant ist, wie schlecht manchmal die Giraffen zu erkennen sind. Nur durch die Bewegung sind sie manchmal auszumachen. Phantastisch sind auch verschiedene Baumarten wie z.B. der Regenschirmbaum oder Transvaal Candelabra. Saverio trägt schwer an seinem Rucksack. Wir vermuten, daß er einen Taschentresor mit sich schleppt, doch es ist wohl das Fernglas, das „tierisch" gut ist. Saverio: „Ich bin wie mein Fernglas!" Christian: „Eben wahnsinnig gut!" Wir fahren wieder: Walter:" Wenn Ihr jetzt ein Tier seht, sagt mal nix, vielleicht sehe ich es auch". Wir fahren an einen Stausee. Es ist mäuschenstill hier. Ein älterer Herr sieht die neue Filmkamera und meint ." You know you are not allowed to make poeple jealous." Einige Bäume sind abgestorben und wirken wie Mahnmale an diesem afrikanischen Himmel. Wir kommen an einen Aussichtspunkt mit einem grandiosen Blick über die Savanne. Weit vor uns grasen die Tiere, die wie Punkte in dieser riesigen Grasfläche wirken. Farbenprächtige Vögel, eine Kette Perlhühner, Flusspferde, Erdmännchen, Warzenschweine, Zebras, die manchmal stark grauweiß oder bräunlichweiß gestreift sind; sogar Schildkröten bekommen wir zu sehen. Es ist schon ein überwältigendes Gefühl, diese Tiere so hautnah zu erleben

Zebras,in Afrika beheimatete, kontrastreich gestreifte Arten aus der Familie der Pferde, die in ihrem Verhalten und Aussehen Eseln ähneln. Wie diese haben Zebras eine kurze, aufrecht stehende Mähne, große Ohren und einen buschigen Schwanz mit Quaste. Die Streifenzeichnung, die Zebras von anderen Arten der Familie unterscheidet, gilt heute als Tarnfärbung gegen Tsetsefliegen: Für die Komplexaugen dieser Insekten, welche die Naganaseuche übertragen, löst das Streifenmuster vermutlich die Körperumrisse der Zebras auf.

Zebras bilden oft mit anderen Arten wie Gnus, Giraffen oder Straußen gemeinsame Herden. Sie ernähren sich vorwiegend von Gräsern, Bergzebras auch von Blättern und Rinde. Zebras unternehmen weite Wanderungen, um neue Nahrungsgründe oder Wasserstellen zu erschließen. Zebrastuten bringen nach einer Tragzeit von etwa einem Jahr ein einzelnes Fohlen zur Welt. Natürliche Nahrungsfeinde der Zebras sind Löwen und Hyänen. Der Mensch dezimiert die Bestände der Zebras durch die Zerstörung ihrer Lebensräume und direkte Verfolgung; Zebras können als Arbeitstiere abgerichtet werden.

Zebras werden in drei Arten und mehrere Unterarten eingeteilt, die sich in ihrer Streifenzeichnung unterscheiden. Die kleinste Art ist das Bergzebra mit einer Widerristhöhe von 1,2 Metern. Es hat einen kräftigen, muskulösen Körper, der silberweiß gefärbt ist und, bis auf den Bauch und die Innenseiten der Schenkel, schwarze Streifen und Flecken trägt. Die Kopfzeichnung ist braun, die Schnauze kastanienbraun bis hellbraun gefärbt. Bergzebras leben in kleinen Herden und bewohnen Bergregionen Südafrikas. Durch intensive Bejagung wurde diese einst weit verbreitete Art in ihrem Bestand stark dezimiert. Heute leben nur noch Restbestände.

Insgesamt am häufigsten ist das Steppenzebra – zwei seiner Unterarten sind allerdings ausgestorben. Steppenzebras leben in großen Herden in den mittleren und östlichen Ebenen Afrikas. Ihr Fell ist hellgelb gefärbt und hat breite, schwarze Streifen, die sich mit helleren Flecken, so genannten Schattenstreifen, abwechseln. Das Zeichnungsmuster weist eine hohe geographische und individuelle Variabilität auf. Bei einigen Individuen ziehen sich die Streifen bis hinunter zu den Hufen, bei anderen sind die Fesseln weiß. Eine Unterart, das Quagga, wurde während des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Es war dunkler als das Bergzebra und nur an Kopf, Hals und Schultern gestreift.

Die größte Art ist das Grevyzebra, das nach dem früheren französischen Präsidenten Jules Grévy benannt wurde. Es erreicht eine Widerristhöhe von 1,5 Metern und hat deutlich schmalere Streifen. Obwohl diese Art früher individuenreich und weit verbreitet war, kommt sie heute nur noch in den Trockensavannen Ostafrikas vor und ist vom Aussterben bedroht.

Auf dem abendlichen Heimweg halten wir an einem See, der von Krokodilen bewohnt ist. Saverio will so nahe wie möglich ranfahren. Doch unsere Hilfeschreie werden erhört. ER lässt sich überreden und bleibt drin.

Der Abend klingt aus bei einem gemütlichen Essen.

Skukuza und der Tag der Tiere

30. März 1999

 

Wir fahren nach Skukuza. Hier ist Rummel. Von Johannesburg bringen Omnibusse, oder Rosinenbomber die Touristen heran. Jede Menge Deutsche bevölkern das Camp. Vor Skukuza hängen Riesenvögel in den Baumkronen. Von dort fahren wir über eine nicht asphaltierte Straße und kommen in ein einmaliges Wildparadies.

Giraffen neben uns, Zebras vor und Antilopen um uns und Büffel in geziemendem Abstand . Wir staunen und filmen und fotografieren. Die Himmelsfarben wieder klar und eigenartig. Eine große Erdmännchen – Sippe paradiert vor uns. Herrlich wie wachsam sie wirken. Einer passt auf. Er steht am Wegesrand auf den 2 Hinterbeinen und beobachtet uns. Ratzfratz sind sie weg, wenn Gefahr droht.

Weiter führt dieser Weg durch herrliche Landschaft und immer wieder Tiere, da plötzlich eine Elefantenherde: Mütter und Tanten mit ihren Kleinen.


Elefanten, Familie der Rüsseltiere, der die größten und schwersten landbewohnenden Säugetiere angehören. Tiere aus derselben Ordnung durchstreiften während des Pleistozäns (siehe Quartär) alle Landmassen außer Australien und der Antarktis. Zwei heute noch lebende Arten sind der Indische oder Asiatische Elefant, der in Indien und Südostasien beheimatet ist, und der Afrikanische Elefant, der südlich der Sahara lebt. Elefanten sind in Wäldern, Savannen und Flusstälern anzutreffen. Zu den ausgestorbenen Mitgliedern dieser Verwandtschaftsgruppe gehören das Mammut, das bis zu 4,5 Meter groß wurde, und das kleinere Mastodon. Das Mammut überlebte bis zur Steinzeit, es ist in Höhlenmalereien dargestellt.

Der Rüssel

Der muskuläre Rüssel enthält keine Knochen, er ist das unverwechselbare Kennzeichen der Elefanten. Es handelt sich um eine stark verlängerte Oberlippe und Nase, mit der Gras, Blätter und Wasser zum Maul geführt werden. Elefanten nehmen pro Tag etwa 300 Kilogramm Nahrung und 80 Liter Wasser zu sich. Wasser saugen sie durch die Nasenlöcher an und spritzen es sich ins Maul. Der Rüssel ist ein sehr vielseitiges Organ: Er wird auch als Waffe, zum Trompeten, Laubabreißen und Aufnehmen von Staub für das Staubbad verwendet. Außerdem können die Tiere mit ihm Gerüche wahrnehmen; dazu halten sie den Rüssel gelegentlich hoch in die Luft. Mit Hilfe zweier Hautlappen am Ende des Rüssels, die sie wie Finger handhaben, können Elefanten kleine Gegenstände aufnehmen und untersuchen. Darüber hinaus dient der Rüssel als Ausdrucksmittel.

Stoßzähne und Gebiss

Die Stoßzähne, enorm vergrößerte Schneidezähne, sind tief in den Schädel eingebettet. Die Stoßzähne Afrikanischer Elefanten können in Ausnahmefällen 3,5 Meter lang werden. Die Nutzung des als Elfenbein bezeichneten Dentins (Zahnbeines) der Stoßzähne ist ein Hauptgrund für den Bestandsrückgang der Elefanten. Man schätzt, dass allein in den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts etwa 700 000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne abgeschlachtet wurden. 1989 wurde der Import von Elfenbein in die EU und die USA verboten.

Von den sechs Backenzähnen (drei Prämolaren oder Vorbackenzähne und drei Molaren oder eigentliche Backenzähne) wird in jeder Seite des Ober- und Unterkiefers immer nur jeweils einer genutzt. Ist dieser aufgrund der harten pflanzlichen Nahrung abgenutzt, wird er durch einen größeren ersetzt, der sich im Kiefer von hinten nach vorn schiebt (horizontaler Zahnwechsel). Wenn der letzte und größte der Backenzähne verbraucht ist, muss das Tier verhungern. Die Lebenserwartung frei lebender Elefanten beträgt etwa 30 bis 40 Jahre, in Gefangenschaft können Elefanten 50 bis 60 Jahre alt werden.

Afrikanische und Indische Elefanten

Der Afrikanische Elefant lässt sich leicht vom Indischen oder Asiatischen Elefanten unterscheiden: Er erreicht eine Körperhöhe von ungefähr drei Metern (Bullen ausnahmsweise bis 4,5 Meter), eine Kopfrumpflänge (ohne Rüssel) von etwa vier Metern und wiegt drei bis sechs Tonnen. Er ist größer als der Indische Elefant. Die Bullen letzterer Art haben eine Körperhöhe bis drei Meter, eine Kopfrumpflänge von etwa 3,5 Metern und ein Gewicht von ungefähr vier Tonnen. Der Afrikanische Elefant hat größere Ohren, die eine Länge von 1,5 Metern erreichen können. Er ist an der Schulter am höchsten und hat eine faltigere Haut; im Gegensatz zum Indischen Elefanten tragen Bulle und Kuh Stoßzähne. Der Rüssel des Afrikanischen Elefanten hat zwei Hautlappen statt nur einem.

Fortbewegung

Trotz ihres großen Gewichts laufen Elefanten fast geräuschlos. Mit weichen, rhythmischen Schritten bewegen die säulenartigen Beine die massige Gestalt vorwärts. An der Unterseite des Fußes besteht ein dickes, federndes Polster. Dieses absorbiert die Wucht des Gewichts beim Auftreten und ermöglicht es dem Tier, hoch auf seinen hufähnlichen Zehen zu laufen. Auf einem Quadratzentimeter der Fußsohle ruhen lediglich 600 Gramm Körpergewicht. Im Allgemeinen gehen Elefanten mit einer Geschwindigkeit von ungefähr sechs Kilometern pro Stunde; sie können aber auch mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde angreifen. Elefanten vermögen weder zu galoppieren noch über Gräben zu springen. Sie begeben sich jedoch bereitwillig in Flüsse und Seen, denn das Wasser trägt sie. Sie können große Strecken schwimmen, ohne zu ermüden.

Sinnesorgane

Die großen Ohren des Afrikanischen Elefanten dienen wahrscheinlich nicht nur dem Hören, sondern auch der Ventilation und optischen Kommunikation. Elefanten können schlecht sehen, da ihre Augen relativ klein sind und sich seitlich am großen und ziemlich unbeweglichen Kopf des Tieres befinden. Das empfindlichste Organ ist der Rüssel, der fortwährend genutzt wird – u. a. zum Aufnehmen von Nahrungsgerüchen am Boden oder dem Wittern von Gefahr.

Sozialstruktur

Elefanten sind gesellig und sehr sensibel gegenüber den Rufen und Bewegungen ihrer Artgenossen. Sie bilden Herden von 15 bis 30 oder mehr Tieren, die gewöhnlich miteinander verwandt sind. Ein altes Weibchen leitet die Herde. Die Herden des Indischen Elefanten bestehen im Allgemeinen aus Weibchen, Jungtieren und einem alten Bullen. Zu den Herden des Afrikanischen Elefanten können auch mehrere ausgewachsene Bullen gehören. Bullen, die von der Herde verjagt wurden, leben meist allein oder in „Junggesellenherden". Elefanten fressen zumeist morgens, abends und in der Nacht; tagsüber ruhen sie. Wenn sie weiterwandern, ziehen sie oft in einer Reihe.

Fortpflanzung

Elefantenkühe paaren sich zumeist in ihrem 15. oder 16. Lebensjahr mit einem Bullen, der sich gegenüber den anderen Bullen der Herde behaupten konnte. Das Paar trennt sich dann oft für mehrere Wochen von der Herde. Nach einer Tragzeit von 21 oder 22 Monaten wird gewöhnlich nur ein Kalb geboren. Dies kann bereits im Alter von wenigen Tagen der Herde folgen. Kälber werden leicht von Leoparden und Tigern gerissen, die zu den wenigen natürlichen Feinden der Elefanten gehören. Das Junge wird fünf Jahre gesäugt; die Zitzen der Kuh befinden sich direkt hinter den Vorderbeinen. Die Jungen nehmen die Milch nicht mit ihrem Rüssel auf, sondern legen diesen zurück und saugen mit dem Maul. Während ihres Lebens bringen Elefantenkühe etwa fünf bis zwölf Kälber zur Welt.

Nach diesem erlebnisreichen Tag verbringen wir die letzte Nacht im Camp. Saverio, bester Fahrer von allen, bringt uns heil zurück und träumt bereits am Abendtisch vom schönen Tag im Park.

Vom Krüger NP nach Newcastle

31. März 1999

Wir verlassen bei leicht trübem Wetter den NP am südlichen Tor und sehen noch ein paar Elefanten und Giraffen. Auf der N4 fahren wir vorbei an gerodetem Buschland, das eingegrenzt wird von Föhren – schützt vor Erosion –. Auf den Rodungen entstehen Zitrus, - Zuckerrohr, - oder Bananenplantagen. Manche Plantagen sind kilometerweise mit hohem Maschendraht eingezäunt. Auf einer Baustelle an der Schnellstraße arbeiten auch Frauen in Frauenkleidern mit Schaufeln. Zuerst haben wir überlegt durch Swaziland zu fahren, doch sahen wir aufgrund nicht positiver Informationen davon ab (Tagesvisum, Straßen, Infrastruktur) und fahren über Baberton.

Ein wunderschöner Ort, ähnlich wie Palm Springs. Gepflegte Vorgärten, gepflegte Straßen, herrliche Bepflanzungen . Wir finden den Ortskern nicht und machen zunächst einmal halt bei einer Straßenhändlerin am Ortseingang. Wir kaufen spottbillig Obst. Saverio kauft Papayas und schält sie uns fachmännisch. Gleich darauf gehen wir in einem Restaurant Mittagessen. Alles sehr gepflegt. Hier in Baberton ist der Wohlstand überall zu sehen. Nach dem Tanken – immer mit Bedienung – wegen des Trinkgeldes – fahren wir weiter Richtung Ermelo. Ein Wetter wie im Sommer.

Die Straße zieht sich sehr lang dahin. Von der N17 auf die N11 . Danach beginnen riesige Weidegebiete. Die Straßen wirken hier wie in den USA. Überall Wasserstellen. Hier und da ein paar bescheidene hinter Zäunen stehende Häuschen und dann wieder Rinder – bzw. Schafherden. Saverio fährt nach der Devise: „nur Fliegen ist schöner" und so sausen wir an riesigen Cosmea – Feldern vorbei unserem Etappenziel Newcastle entgegen.

Hier übernachten wir im Holiday Inn Country Yard für 272,00 Rand. Abends unser erster Steakabend mit großem T-Bone-Steak! Ria ist allerdings so kaputt, dass sie nicht mit essen geht.
 

Von New Castle über Pietermaritzburg nach Durban

1. April 1999

Es ist heiß. Als wir zu unserem VW – Bus kommen, hat gerade ein Farbiger unser Auto gewaschen. Er erhält ein Trinkgeld : Wir beladen unseren Packesel und dann geht’s los. Unser Fahrer ist gut drauf, so dass die Kilometer auf der N11 wie im Rausch vergehen und Ladysmith vorüber rauscht. Auf der rechten Seite grüßen die Drakensberge, eine imposante Bergkette, die bestimmt einen eigenen Besuch verdient hätte. Dahinter liegt das Königreich Lesotho, in dem vor kurzem über einige politische Unruhen zu lesen waren. Die Gegend ist sehr schön; viel Weidelandschaft auf dem gepflegte Höfe stehen. In Howick verlassen wir die N3 und fahren ab um die Howick-Waterfalls zu besuchen. Wir essen draußen in einem Restaurant . Die Bedienung ist in alte englische Frauenkleider gesteckt – und das bei dieser Hitze. In der Nähe vom Tisch sitzt eine Riesenheuschrecke, ihr fehlt ein Bein. Wir brechen auf und nach wenigen Kilometern fahren wir in die in Azaleenfarben getränkte Stadt: Pietermaritzburg.

Pietermaritzburg, Stadt in der Republik Südafrika, Hauptstadt der Provinz Natal. In der Industriestadt werden u. a. Schuhe, Möbel und Aluminiumprodukte hergestellt. Sie ist Sitz der Universität von Natal (1910) sowie einer pädagogischen Hochschule. Holländische Einwanderer gründeten Pietermaritzburg 1838 und gaben der Stadt den Namen ihrer Anführer Pieter Retief und Gerrit Maritz. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 192 000

Saverio fährt uns sicher durch das Verkehrsgewühl in ein Parkhaus. Von dort beginnen wir unseren Stadtspaziergang. Wir sind auf der Hauptgeschäftsstraße. Überall Marktstände und Massen von Menschen. Inmitten der vielen Manschen eine hagere Mannsgestalt: Mahatma Ghandi auf einem Denkmal. Er ist unser Orientierungspunkt. "Diese 1838 gegründet Stadt ist einer der besterhaltenen Orte aus viktorianischer Zeit und wohl die letzte Bastion des British Empire in Südafrika." So weit der Reiseführer. Die Hitze wird unerträglich. Christian holt was zu trinken. Der Eindruck reicht, wir kehren ins Parkhaus zurück. Wir kommen nicht den fließenden Verkehr, bis eine junge Schwarze kurzerhand den Verkehr anhält und uns einfädeln lässt. Danke, sehr hilfsbereit! Die Karawane zieht weiter auf die N3 der „Allgäu" hat uns wieder. Wir nähern uns Durban. Die Stadt hat einen weiniger guten Ruf, was Sicherheit betrifft. Wir suchen eine Übernachtung im Norden: Umhlanga Rocks ist unser Ziel. Kurz vor Durban, denke ich erst ich sehe einen riesigen Schrottplatz. Doch es sind die kilometerlangen Blechhütten der Vorstadt. Christa und ich suchen eine Unterkunft. Ostern steht vor der Tür und hier in dieser wunderbaren Gegend ist fast jedes Zimmer ausgebucht. Wir bekommen zwei wunderschöne flats im 4. bzw. 5 Stock für je 550 Rand pro Nacht. Herrliche Sicht auf Strand und Indischen Ozean. Am Abend geht er Mond unglaublich schnell auf und am anderen frühen Morgen die Sonne. Die Restaurants sind nicht so gut. Die Luftfeuchtigkeit beträgt bei 35 Grad über 80%. Wir kaufen Obst und Essen ein.

Durban

2. April 1999

Das Badeparadies am Indischen Ozean mit schneeweißen Sandstränden und erstklassigen Hotels , drittgrößte Stadt des Landes, war seit 1860 ein bedeutendes Inderzentrum in Afrika. Mahatma Ghandi, der sich hier 21 Jahre lang für die Rechte der indischen Einwanderer einsetzte und hier die Form des gewaltlosen Widerstandes ersann. Doch die größte Gruppe bilden heute die Zulus.

Am Morgen beim Aufwachen hört man dass Rauschen des Meeres und aus dem Balkonfenster ein „berauschender Anblick" der aufgehenden Sonne, die hier andersherum am Himmel wandert als wir das aus der nördlichen Halbkugel her kennen. Ein Phänomen, das wir erst allmählich kapieren. Am frühen Morgen fahren schon die ersten Boote zur Delphinbeobachtung aufs Meer hinaus. Am Horizont ziehen Tankschiffe ihre Bahn. Ria serviert uns frische Früchte mit Brot, Tee und Käse. Uns geht es gut.

Saverio und ich machen einen Spaziergang am Strand entlang und kaufe einen Blechtrommler. Ria gefällt er auch und so gehe ich noch einmal den Weg lang und treffe 2 Jungen unter einem Busch, ca. 14 Jahre alt; beide basteln gerade die Trommler auf Rädern. Sie nehmen dazu Draht, Cola -, Fantadosen, Käse- oder Keksschachteln, Stoffreste und Isolierband. Geschickt formen die Finger den Stab und verbinden die Räder. Zuletzt wird der Hut auf eine Holzkugel geklebt. Ich kaufe nochmals 2. Sie geben mir einen Rabatt darauf. Ich ließ das Basteln erklären. Rückfrage: Sind Sie Lehrer?. Kurz vor Mittag beginnt über Megafon eine Strandquiz. 40 Fragen werden laut verlesen und die Zuhörer sollen die richtige Antwort ankreuzen. Der Lautsprecher tönt über 1 Meile weit. Über dem Strand jagt ein Flugzeug und dreht Loopings. Water-Temperature: 22 Grad. Conditions: rough .

Boerenwors or Hamburger for 5 Rand. Mittagsruhe.

Um 15.00 fahren wir nach Durban. Wir wollen uns die berühmte Jumah Moschee in der Queenstr./Grey Street anschauen. Zunächst finden wir den Eingang nicht. Die Gegend ist nicht ganz vertrauenserweckend. Um eine Ecke herum finden wir den Eingang. Die Schuhe werden ausgezogen und wir bestaunen das islamische Gotteshaus. In einem Frischwasserbassin schwimmen Fische. Bitte keine Seife benutzen. Hier im indischen Geschäftsviertel gilt diese Moschee als die größte und schönste der südlichen Hemisphäre. Wir fahren weiter zur City Hall, übrigens nach dem Rathaus in Belfast erbaut. Unbekannte Bäume und Pflanzen machen Ria neugierig. Sie fragt einen Sicherheitsbeamten. Doch der weiß die Bezeichnung auch nicht. Im City-Center trinken wir eine Kleinigkeit. Wir spazieren zum Auto zurück und kommen an einem Marktplatz vorüber, an dessen langer bemalter Wand die Geschichte der Befreiung und der Menschenrechte dargestellt ist.

Wir sind froh wieder in Umhlanga (Sprich: Umschlanga) zu sein. Hier ist auch eine einzigartige Forschungsstation das National Sharks Board, also eine Hai-Forschungsstation. Diese ist hier am richtigen Ort, denn dauernd wird über Lautsprecher und auf Tafeln vor Haien gewarnt. Besonders vor der Küste Durbans ist das Haivorkommen sehr hoch. Der warme Agulhas – Strom ist dafür verantwortlich, denn er bietet einer Vielzahl von Meerestieren, darunter auch Haien einen optimalen Lebensraum. Von ca. 100 Haiarten vor dieser Küste sind allerdings 80 als ungefährlich einzustufen. Die Strände vor Natals Küste sind systematisch durch Netze gesichert. Der Schutz der Menschen hat jedoch seine Kehrseite: Jährlich verenden nicht nur mehr als 1000 Haie qualvoll in den Netzen, sondern auch Delfine, Thunfische und Wale. Die Tendenz Haie gedankenlos zu verfolgen, nimmt deshalb ab.

Abends essen wir am Strand bei einem Italiener. In Ägypten als Italienerin geboren; sie wurde in Englisch, Französisch und Arabisch unterrichtet; sie ist nie in Italien gewesen. Verwandte wohnen in Essen und in Mailand und nun ist sie das 2. Jahr nun in RSA. Sie kocht phantastisch italienisches Essen.

Von Durban per Flugzeug nach Port Elizabeth

3. April 1999 Karsamstag

Draußen brennt bereits die Sonne. Gegen 11 Uhr checken wir out. Wir fahren noch auf die GOLDENE MEILE bevor wir zum Flughafen fahren. Betrieb wie im Hochsommer. Menschen über Menschen. Junge Männer bieten sich an, auf unser Auto aufzupassen. Uns ist es hier nicht ganz geheuer und so ziehen wir nach einem kurzen Spaziergang wieder ab. Zum viel beschriebenen HINDU – Tempel finden wir nicht mehr und erreichen den Flughafen. Unser bewährter neuer VW –Bus wird an AVIS zurückgegeben. In Port Elizabeth erhalten wir einen neuen.

Vielleicht haben wir Glück noch eine Maschine früher starten zu können. Doch alles ist ausgebucht, so müssen wir auf dem kleinen Flughafen unsere Zeit absitzen. Warten, Essen, Trinken, Rundgang. So verbringen wir die Zeit bis zum Abflug. In einem Büchershop kaufen wir eine Menge Ansichtskarten. Wir dachten ungerechnet -,30 DM, leider falsch gerechnet: -,80 DM. IM Kosovo tobt der NATO – Luftkrieg. Wir lesen auf einer englischen Zeitung, dass ein Tarnkappenbomber der USA abgeschossen wurde. Um 17.15 Abflug nach Port Elizabeth mit einer Boeing 737 der SAA.

Wir nehmen den Luftweg, weil der Weg durch die Transkei nicht ungefährlich sein soll und man auch nur langsam auf den Straßen vorankommt. Es sind ca. 950 KM Landweg und nur gut 600 Luftweg. Wir buchten den Flug in Deutschland und zahlten nur 180,00 DM pro Person. Wahrscheinlich hätten wir bei einer Autoreise mindestens 2 - 3 Übernachtungen benötigt.

Eine Deutsche ist Chefstewardess. Sie bedient uns großzügig und erzählt, dass sie ursprünglich nur für 1 Jahr nach Kapstadt wollte, doch jetzt sei sie 33 Jahre hier.

Der Flug geht rasch vorüber. Wir landen in P.E.. In der Touristinformation holen wir uns die ersten Informationen. Bei AVIS erhalten wir einen älteren VW – Bus in weiß. Es dauert alles ein wenig. Doch vom Flughafen zum vorgebuchten Hotel Holiday Inn Garden Court in Humewood, unweit vom Strand der Algoa Bay sind es nur ein paar Kilometer. Saverio fährt uns sicher dorthin. Wir beziehen unsere Zimmer und abends gehen wir in ein SPUR-Steakhouse. T-Bone Steak für die Männer, Lady –Steak für die Damen. Es schmeckt besonders gut, vielleicht auch weil es so preiswert ist. Es schließt sich noch ein Verdauungsspaziergang an und dann wandern wir zur Nachtruhe ins Hotel zurück.

Port Elizabeth, Hafenstadt in Südafrika, an der Alagoabucht, in der Kapprovinz. Die Stadt ist nicht nur wichtiger Seehafen und Industriezentrum, sondern auch ein beliebter Urlaubsort, der für seine schönen Strände bekannt ist. Industrielle Produkte der Stadt sind Kraftfahrzeuge, Schuhe, Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse. Port Elizabeth beheimatet eine Universität (1964), ein Technikum (1925) und eine technische Universität. Sehenswert sind die King George VI.-Kunstgalerie mit Sammlungen britischer und südafrikanischer Werke, das Port Elizabeth Museum mit einem Ozeanarium und das 1799 von den Briten erbaute Fort Frederick. In der Nähe befindet sich der Addo Elephant Nationalpark. Die Siedlung entwickelte sich 1820 um Fort Frederick nach den Plänen des britischen Militärführers und Kolonialbeamten Sir Rufane Sjaw Donkin. Ihren Namen erhielt sie zum Gedenken an dessen verstorbene Ehefrau, Lady Elizabeth. Nach dem Bau einer Eisenbahnlinie, die Port Elizabeth 1873 mit Kimberley verband, setzte ein starkes Wachstum ein. Die Einwohnerzahl des Stadtbezirks beträgt etwa 651 000. Das VW – Werk in ist im nahen Uitenhage.

Port Elizabeth

4.April 1999, Ostersonntag

Gegen 10.00 Uhr fahren wir in die City/Stad. Es ist sehr heiß. ADAC: „Es stimmt Port Elizabeth „das Detroit von Südafrika" ist eine freundliche Stadt. Eine, deren Bewohner ihr viktorianisches Erbe hochhalten und stolz auf die majestätischer Bauten vergangener Zeitalter sind. Die City und der Market-Place machen einen sauberen und relativ schönen Eindruck. Nach einem Rundgang kommen wir an ein Gebäude, das unten Geschäfte hat und darüber eine Kirche beherbergt. Ria unterhält sich mit einem Parkplatzwächter. Anschließend fahren wir zum St. George´s Park . Wir machen einen Rundgang durch den dortigen Friedhof und stellen fest, dass hier auch Deutsche z.B. aus Hamburg beerdigt sind. Im Park ist Flohmarkt. Was nicht alles angeboten wird aus der „guten alten Zeit". Wir kaufen handgeschnitzten Löwen für 30 Rand. Die gesamte afrikanische Tierwelt ist vertreten.

Am Nachmittag mit Christian und Saverio an den Strand vor unserem Hotel. Der Indische Ozean lockt.

Abends wieder SPUR-Steakhouse und einen abendlichen Spaziergang am Ozean entlang Eins schöner Tag geht zu Ende.

Gardenroute bis Plettenberg

5.April 1999

Beim Auschecken wollte man von uns einen höheren Preis, 319,00 Rand statt 272,00 Rand abkassieren. Doch ich zeigte unser Fax und so wurde bezahlt, was vereinbart war. Auf der N2 verlassen wir P.E. und fahren nun Richtung Plettenberg Bay. Über Humansdorp kommen wir an die St. Francis Bay, die hier bewusst verschwiegen wird, denn so viel Reichtum in Prachthäusern mit eigener Bootszufahrt vom Meer her will geheim bleiben. Wirklich alles exklusiv. Wir parken auf einer Anhöhe und haben einen wunderbaren Blick über die Bucht. Wir steigen ab zum Hafen und essen in „The fishing net" den wohlschmeckenden KINGCLIP und trinken Appletizer. Bei dem heißen und sonnigen Wetter möchten wir am liebsten hier bleiben. Doch wir wollen weiter in Richtung Plettenberg. Dieser Ort ist so exklusiv, dass keine Hinweisschilder uns einen Weg zeigen herauszufinden. Wir verfahren uns und fragen nach dem Weg. Eine nette junge schwarze Frau sagt, wenn sie mich mitnehmen kann ich Ihnen den Weg zeigen. Sie ist Gastarbeiterin aus P.E., wohnt ein paar Kilometer entfernt in einem Ghetto und putzt hier in St. Francis Bay bei den Reichen. Wir lassen sie am Ghetto aussteigen und fahren etwas nachdenklich weiter: Unser Cheffahrer sucht eine Tankstelle. Endlich finden wir eine im Tsitsikama NP. Zeitweise denke ich, wir sind im Schwarzwald. Nach der Tankpause an einer Tankstelle wie im Wilden Westen, fahren zurück auf die N2 und überqueren auf der Paul-Sauer-Brücke den Storms River. Hier beginnt die Garden-Route.

Plötzlich ein Hinweis: BIG TREE. Hier wird ein riesiger Outeniqua Yellowood Baum bestaunt, ähnlich wie in Muir Woods bei San Francisco. Der Umfang seiner Krone liegt bei 33 m, der höchste Wipfel befindet sich in fast 57 m über dem Boden, und es braucht mindestens 8 Personen, um den mächtigen Stamm zu umfassen. Das Alter dieses Baumriesen wird auf 800 Jahre geschätzt. Die Zeit scheint stillzustehen zwischen moosbewachsenen Candlewoods und Kap-Eschen, Flechten und Farnen, Kletter- und Rankpflanzen. Wir gelangen nach Plettenberg und versuchen dort eine preiswerte Unterkunft zu finden. Ich frage einen Rentner. Er sagt mir, dass die Amerikaner und Europäer hier die Preise verdorben hätten. Preiswert und billig gibt es hier nicht. Na gut. Es fängt an zu nieseln. Wir fahren weiter und finden ein paar Kilometer weiter ein Motel: Stromboli´s – Inn. Die Preise sind happig. Wir sind froh, dass wir eine Unterkunft haben und bleiben hier. Die Atmosphäre ist nett. Wir haben einen kleinen Bungalow für uns.

Nach einem reichhaltigen Abendessen total im englischen Stil gehen wir schlafen.

Von „Stromboli" über Knysna nach Mossel Bay

6. April 1999

Nach dem guten ausführlichen Frühstück fotografieren wir erst einmal den wunderbaren Garten mit Bananenstauden und tropischen Blüten. Wir packen und starten Richtung Mossel Bay. Es geht weiter auf der waldumsäumten Nationalstraße.

Der Reiseführer: "Die üppige Landschaft zwischen Storms River und Mossel Bay erschien dank häufiger Niederschläge – meistens nachts) den ersten Siedlern der Region einst im Vergleich zum kargen Binnenland wie ein Garten Eden und trägt deshalb heute noch den Namen GARDEN-ROUTE. Nur 1 % der Staatsfläche ist bewaldet. Diese Tatsache sollte man sich während der Fahrt entlag der Garden-Route immer wieder vergegenwärtigen. Sie bereisen ein Gebiet, das für die hiesigen Verhältnisse außerordentlich niederschlagsreich ist und deshalb landschaftlich aus der Rolle fällt. In diesem ca. 16 km breiten Waldgürtel sind Stink- und Yellowwood-Bäume beheimatet.

Von unserem Motel bis nach Knysna (sprich: Neisna) ist es nur ein Katzensprung. Wir halten auf der lebhaften Einkaufsmeile und machen einen Einkaufsbummel. Viele nette kleine Geschäfte laden zum Kaufen ein: Kettchen für Julia, Tasche für Saverio. Dieser Ort ist bekannt für die Austernzucht in den dortigen Lagunen. Frauen Tragen Töpfe und Taschen stolz auf ihrem Kopf. Wir fahren weiter und gelangen in den wunderschönen Badeort Wilderness. Eine wildromantische Küste und kilometerlange Sandstrände. Zu dieser Zeit sind nur wir am Strand. Christian muss besonders lange auf sein Mittagessen warten. Christa probiert Austern. Es scheint wieder die Sonne. Über George gelangen wir nach Mossel Bay. Übrigens von George aus kann man einen Abstecher nach Oudtshoorn in die dortigen Straußenfarnen machen. Wir verzichten drauf und wollen lieber die Strauße in freier Wildbahn erleben.

Mossel Bay: 500 Jahre nachdem Barttolomeo Diaz das Kap umsegelte, lief in Portugal ein Nachbau seiner Caravelle vom Stapel und traf 1988 in seinem Zielhafen Mossel Bay ein. Ganzer Stolz des Maritime Museum, besichtigten wir den Segler. Im Muschel-Museum wird deutlich , dass der nette Ferienort seinen Namen zurecht Mossel Bay = Muschelbucht trägt. Saverio und Christa schreiben stapelweise Ansichtskarten, die wir dann zum nahen „Old Post Tree" bringen. Der dortige Briefkasten wird nur an bestimmten Zeiten geleert und die Post mit einem besonderen Stempel versehen.

Diaz, Bartolomeu, auch Bartolomeu Diaz (um 1450 bis 1500), portugiesischer Seefahrer, der als erster das Kap der Guten Hoffnung von Afrika umfuhr. 1481 war er Schiffskommandant einer Flottille, die König Johann II. von Portugal zur afrikanischen Goldküste entsandt hatte. Fünf Jahre später beauftragte der König Diaz mit einer Expedition zur Erforschung der Westküste Afrikas. Die Ergebnisse einer 1482 von Diogo Cam durchgeführten Reise, die südlich der Walfischbai geendet hatte, dienten dabei als Grundlage. Diaz brach im August 1487 von Lissabon auf; im Februar 1488 umschiffte er die Südspitze des afrikanischen Kontinents bis zur Mündung des Flusses, der später die Bezeichnung Great Fish River erhielt. Dadurch hatte Diaz den Seeweg von Europa zum Fernen Osten eröffnet, der die Grundlage für den späteren Reichtum der europäischen Seemächte bildete. Diaz begleitete Vasco da Gama von 1497 bis 1498 auf dessen erster Reise nach Indien, für welche die Umsegelung des Kaps der Guten Hoffnung unerlässlich war und vollendete damit ein Vorhaben Heinrichs des Seefahrers aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Auf der Rückfahrt unterbrach Diaz am Tafelland an der Südostspitze Afrikas seine Fahrt und gab dem Gebiet den Namen Cabo Tormentoso oder Kap der Stürme. König Johann bezeichnete es später als Cabo da Bõa Esperança oder Kap der Guten Hoffnung. Insgesamt erforschte Diaz etwa 2 030 Kilometer vorher unbekannter afrikanischer Küste. Im Dezember 1488 kehrte er nach Lissabon zurück. 1500 nahm er an einer weiteren Expedition teil, die von dem portugiesischen Seefahrer Pedro Álvares Cabral geleitet wurde. Dabei kam er in einem Sturm auf offener See vor dem Kap der Guten Hoffnung ums Leben.

Wir übernachten im neuen Diving –Dolphin – Hotel für 219 Rand. Zum Abendessen nehmen wir wieder Rumpsteaks oder Filets. Im Fernsehen wird ein „War-Festival" mit zahlreichen Kriegsfilmen angekündigt. Ich gehe noch mit Saverio ein Bier trinken, dann bouna notte!

Von Mossel Bay bis Hermanus

7. April 1999

Es nieselt. Unser Hotel entspricht den amerikanischen Motels. Wir verlassen diesen schönen Ort und fahren über Riversdale und Heidelberg bis Swellendam. Hier in Swellendam besuchen wir das Drostdy Museum, das aus verschiedenen Gebäuden besteht, die öffentliche, städtische und ländliche Wohnungen einschließen. Man kann die verschiedenen Gebäude besichtigen, die zwischen 1747 und 1813 von der Holländisch – Ostindischen Kompanie erbaut wurden und als Amtssitz des Drostes von Swellendam dienten. Fast das gesamte Mobiliar und die Ausstattung aus dieser Zeit sind erhalten und in einem gepflegten Zustand. Sogar die Kutschen können im Fahrstall besichtigt werden, was bei uns allerdings etwas schwierig wird, weil ein Schafsbock schon aufgeregt mit seinen Vorderbeinen stampft. Alles sieht aus wie eine holländische Siedlung.

Wir schaffen es und da Mittagszeit ist, gehen wir in eine Pizzeria. Das war ein Fehler, denn wir wurden nicht versorgt, da zunächst einmal 15 Pizzen für einen Außer - Haus – Auftrag zubereitet werden mußten. Wir danken für die Gastfreundschaft und ziehen ins nächste SPUR - Steakhouse.

Hier folgende Hinweise auf Restrooms (WC).: Victoria Station – Earl Court oder Johns and Jiles. Es regnet. Saverio fährt uns zum nächsten Ziel über Bredasdorp zum Cap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Es geht vorbei an Schafsfarmen mit vielen jungen Lämmern, an Rinder- bzw. Kuhweisen . Für die Kühe große Sammelplätze, die mit Sägemehl bestreut waren, vielleicht Melk- und Futterstellen..

Auch einige Strauße sind zu sehen, die in einer Farm gehalten werden. Übrigens ein Strauß kann bis zu 2,60 m Länge und ein Gewicht von 140 kg erreichen.

Ich beschließe bei nächster Gelegenheit ein Straußensteak zu essen..

Apropos Strauß: Strauße stecken ihre Köpfe nicht in den Sand. Wittert die Straußendame Gefahr, legt sie sich flach auf ihr Nest und drückt den langen Hals auf den Boden, damit er mit einem abgestorbenen Ast verwechselt werden kann.

Sind die Jungen erst einmal aus den Eiern geschlüpft, verschwindet die Mutter auf Nimmerwiedersehen. In Erziehungsdingen lässt sich Vater Strauß nämlich nicht hineinreden. Um die zumeist große Kinderschar vor natürlichen Feinden zu schützen, bilden Straußenväter regelrechte Kindergärten mit 2 oder 3 erwachsenen Tieren als Aufpasser. Strauße werden ca. 40 Jahre alt und ernähren sich in erster Linie von Pflanzen, Früchten und Samen, fressen aber auch kleine Tiere.

Wir fahren durch diese endlos scheinende Region und kommen zum Cap Agulhas, dem südlichsten Punkt der RSA. Das Meer ist grün und gichtig. Der Wind ziemlich rau. Der rote Leuchtturm steht wie ein Fels in der Brandung. Christa entdeckt eine rote Blume, die wir nun alle fotografieren. Es ist einsam hier, obwohl hier und dort Ferienwohnungen zu mieten sind. Saverio fährt weiter, und so kommen wir an eine Abzweigung, die auch nach Hermanus unserem Tagesziel führen soll. Ab jetzt wird diese Fahrt zum wahren Abenteuer. Es sind unbefestigte Straßen und dunkle Ortschaften. Es wird immer dunkler. Kein Hinweis, kein Haus, kein Mensch usw. Saverio verlässt einmal gezwungenermaßen das Auto und kommt schnell zurück, da er im dunklen einen Schwarzen gesehen hat. Heia Safari!

Endlich nach unendlicher Zeit erreichen wir eine befestigte Straße. Wir fragen bei einer Tankstelle nach einer Unterkunftsmöglichkeit. Doch da wir nicht tanken, hilft man uns nicht. Wir fahren weiter und kommen nach Stanford. Wir fragen in einem Gästehaus. Eine unfreundliche Alte öffnet und schließt gleich wieder die Tür. Aus unserem weißen VW – Bus ist ein rotschlammiges Vehikel geworden. Wir fragen in einem Protea Hotel. Dort war zwar kein Platz; doch der freundliche Inhaber telefoniert zunächst zu einem teuren Hotel 800 Rand/Nacht. Da wir ablehnen, telefoniert er noch einmal und empfiehlt uns eine wesentlich preiswertere Übernachtungsmöglichkeit: Windsor Lodge Hotel in Hermanus. Wir finden hin; das Hotel liegt direkt am Meer. Wir lassen uns die Zimmer zeigen und buchen DM 375 pro Nacht inklusive Frühstück. It looks very British. Nette Empfangsdame.

Christian schläft sea facing mit Meeresrauschen. Wir Erwachsenen haben noch einen netten Diskussionsabend und gehen dann beruhigt schlafen.

Hermanus

8.April 1999

Nach einem kräftigenden Frühstücksbuffett machen wir getrennte Spaziergänge. Wir bummeln am schroffen Strand entlang in die kleine City.

„Für Kapstädter, die auf sich halten, gehört ein Zweitwohnsitz in Hermanus zu den Notwendigkeiten bürgerlichen Luxus. Werbebroschüren charakterisieren den Ort deshalb gerne als „Sylt Südafrikas". Der eigentliche Ortskern ist recht klein, ringsum sind jedoch ganze Ferienhauskolonien entstanden (Old Money).

Der Lehrer Hermanus Pieters gilt als erster Bewohner. Er wanderte von hier in die Umgebung, um die Kinder zu unterrichten.

Dieser beschauliche Badeort wird alljährlich zwischen Juli und November zum Mekka der Walbeobachter. Dann verlegt der Southern Right Whale ein Gigant von 14 – 18 m Länge und 40 – 80 Tonnen Gewicht, seine Wahlheimat zum Zwecke der Fortpflanzung an die südafrikanische Küste. Das wiederum ruft den Whale – Crier auf den Plan, der lautstark überall auf der Küstenpromenade verkündet, wo die Meeresriesen sich aufhalten. Ich kaufe einen Löwen und ein Zebra bei einer Deutsch sprechenden Dame, die stolz verkündet, dass sie in der 3. Generation in Deutsch Südwest Afrika wohnen. Wir lassen heute das Mittagessen ausfallen.

Am Nachmittag fährt Saverio uns in die nahen Weinberge. Wir besuchen ein Weingut und stellen fest, dass sie hier gepfefferte Preise verlangen. In den Geschäften ist der Wein wesentlich billiger. Wir fahren zu den verschiedenen Strandorten , wo wir auch Olivenbäume und viele Proteapflanzen vorfinden.

Abendessen in einer Pizzeria: Galic Lovers this way. C the C.

"But I have to tell you it´s very hot!"

Nach Kapstadt: Das schönste Ende der Welt

9.April 1999

Fahrt von Hermanus über Bolrivier auf die N2 bis zum Sir Lowry Pass. Hier werden wir fast umgeweht, so stark ist der Wind. Doch die Sicht auf das etwa 40 km entfernte Kapstadt ist überwältigend. Nachdem die Fotos gemacht sind geht’s es bergab Richtung Kapstadt. Einer Blechlawine gleich säumen windschiefe Hütten aus Wellblech und alten Hinweisschildern gezimmert, den Highway. Niemand weiß genau wie viele schwarze und andersfarbige Menschen in den Elendsvierteln leben.

Wir halten einmal kurz an, um zu filmen.

Es bleibt nicht aus, dass dieser trostlose Anblick ein beklemmendes Gefühl hinterlässt, wenn wir bedenken was für ein schönes Zuhause wir haben.

Bald erreichen wir Kaapstad – Kapstadt –Cape Town. Wir haben uns das Holiday Inn Garden Court am Green Market Place als Herberge ausgesucht. Saverio fährt sicher ins Verkehrsgewühl. Wir finden das Hotel hinter einem riesigen Markt mit afrikanischer Kunst usw. Das Wochenende ist preiswert. 318 Rand das Zimmer. Wir checken ein und bringen das Auto in die nahe gelegene Garage. Anschließend machen wir den ersten Spaziergang. Ein kräftiger Wind empfängt uns. Der Meereswind der aus dem Süden, mal aus östlicher, mal aus westlicher Richtung weht, vertreibt regelmäßig Smog und Krankheitserreger; die Einheimischen sprechen daher vom „Kapdoktor". Plastiktüten und Klopapier wirbeln an den Hochhäusern hoch. Die Ampel am Tafelberg steht auf rot. Wenn diese grün zeigt, ist die Seilbahn in Betrieb. Wir schlendern St. George Str. (Mall) zur unteren Adderley Str. bis zum Jan van Riebeeck Denkmal und an vielen Restaurants und First-Class – Hotels wieder zurück. In der Mitte Adderley street ist ein mit vielen kleinen Lämpchen installierter Leuchtbogen zu sehen mit der Inschrift: „Gateway to Africa"; auch die BIG Five sind dargestellt. Auf dem Heimweg kaufen Christian und ich die ersten Holztiere ein.

Abends machen Saverio, Christa und ich noch einen Rundgang. Am angeleuchteten Parlamentsgebäude vorbei. Alles ist wie ausgestorben. Die Geschäfte schließen um 17.30 Uhr. Alles wirkt ein wenig unsicher. Überall Wach – und Schließgesellschaften. Schwarze schützen vor Schwarze.

Anschließend noch in den Irish Pub des Hotels. An der Wand hängt ein ausgestopfter Ziegenkopf mit einer Tabakpfeife im Maul.

Kapstadt, Sitz des Parlaments von Südafrika und Hauptstadt der westlichen Kapprovinz. Kapstadt liegt am nördlichen Rand der Kaphalbinsel und ist einer der größten Häfen sowie eines der größten Industriezentren Südafrikas. Angegliederte Vororte und Satellitenstädte erstrecken sich über die Meerenge der Kaphalbinsel zur Falsebai. Der älteste Stadtteil liegt zwischen der Table Bay und den steilen Hängen des 1 086 Meter hohen Tafelberges. Kapstadt ist auch ein beliebter Urlaubsort.

Das Umland von Kapstadt wird vom Tafelberg geprägt. Eine Drahtseilbahn führt auf den Berggipfel hinauf. Zu den historischen Sehenswürdigkeiten gehören das älteste Gebäude der Stadt, das Fort (Baubeginn 1666), die Niederländische Reformationskirche (Baubeginn 1699), das alte Rathaus (1755) sowie die alten, im niederländischen Stil erbauten Gebäude und Moscheen im Malaienviertel auf dem Signal Hill. Weitere Besonderheiten sind das Parlamentsgebäude (1886), das Südafrikanische Museum (1825), die Südafrikanische Nationalgalerie (1871), die Michaelis-Sammlung niederländischer und flämischer Kunstwerke aus dem 17. Jahrhundert und die Südafrikanische Bibliothek. Die Universität Kapstadt (gegründet 1829) befindet sich in der Stadt, während die Universität des Westkaps (1960) im Außenbezirk liegt.

Wirtschaft

Der künstlich angelegte Hafen in der Tafelbucht ist mit seinen Trockendocks und modernen Löschanlagen Anlaufstelle für Frachter und Passagierschiffe, die das Kap der Guten Hoffnung im Süden umschiffen. Hauptexportprodukte sind Gold, Diamanten und Zitrusfrüchte. Die großen Industrien arbeiten in den Bereichen Ölraffinerien, Schiffbau und -reparatur, Diamantenbearbeitung, Druckerzeugnisse, Lebensmittelverarbeitung sowie Bekleidungs-, Plastik- und Lederwarenherstellung.

Geschichte

Kapstadt wurde 1652 von Jan van Riebeeck als Proviantstation für die Schiffe der niederländischen Ostindischen Kompanie gegründet. Sie ist die älteste Stadt europäischen Ursprungs in Südafrika. Kapstadt blieb mit Hilfe einer französischen Garnison, die von 1781 bis 1795 dort stationiert war, unter niederländischer Kontrolle, bis es von britischen Truppen 1795 während der Koalitionskriege eingenommen wurde. Die Siedlung kehrte 1803 kurzzeitig in niederländischen Besitz zurück, wurde jedoch 1806 erneut von britischen Truppen besetzt. Kapstadt war im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts, vor dem Bau des Suezkanals, eine wichtige Versorgungsstation für Schiffe. 1814 wurde sie zur Hauptstadt der britischen Kapkolonie. Später wurde sie zur parlamentarischen Hauptstadt der Union Südafrika (1910-1961) und der heutigen Republik Südafrika erhoben. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 855 000

Waterfront

10. April 1999

Der ADAC empfiehlt: „Der Besuch des Companys Garden, des 5,5, Hektar großen botanischen Gartens ist ein Muss. Von hier aus sind zwei interessante Museen bequem zu Fuß zu erreichen." Das 1825 gegründete South African Museum zeigt eine umfassende Darstellung der Kultur und Lebensweise afrikanischer Ethnien. Es zeigt aber auch Tiere und Meerestiere Südafrikas. Ein riesiges Skelett eines Wales ist ebenfalls zu sehen. „In der South National Gallery sind vor allem Exponate südafrikanischer aber auch europäischer Künstler zu sehen. Wir gehen in den botanischen Garten und trinken dort Kaffee. Wir treffen anschließend Saverio und Christa im Botanical Garden, einem Überbleibsel des von Jan von Riebeeck einst zur vitaminreichen Beköstigung der Indienfahrer angelegten Comapny`s Garden. Wir besuchen die o.g. Museen. Man merkt, dass dieser Staat in der Museumskultur noch im Aufbau ist. Spaziergang Adderley Str. an der Central Station stehen auf einem Parkplatz Hunderte, wenn nicht Tausend kleine VW – Busse, die die Schwarzen wieder hinaus in die Subtowns bringen. Um dem Bahnhof herum überall afrikanische Kunst im Überfluss. Wir fahren zu einer anderen Attraktion in Kapstadt: Waterfront. 1988 wurden Kais und Lagerhallen im alten Hafen zur Victoria & Alfred Waterfront, einem Vergnügungs- – und Einkaufsviertel, umgestaltet.

Wir betreten den „Stolz Kapstadts" und amüsieren uns an ein paar Seelöwen, die die kleinen Boote bedrängen. Wir schlendern durch die Mall und an den Restaurants vorbei. Es ist alles amerikanisiert. Man hat überhaupt in Kapstadt den Eindruck, als sei man in Amerika. Eigene kulturelle Entwicklung ist Fehlanzeige. Wir fahren weiter nach Mouille Point und Seapoint.

Die Buchten um Kapstadt," so sagte die Stewardess im Flugzeug, „sind immer wieder anders, auch in den Temperaturen. Auf dem Heimweg essen wir in Theo´s Steaks. Theo ist eingewanderter Grieche. Übrigens Kapstadt ist die einzige Großstadt südlich der Sahara, in der traditionell nicht Schwarzafrikaner, sondern Weiße und Mischlinge die Bevölkerungsmehrheit bilden.

Draußen steht ein Mann und hilft uns beim Einparken. Er drückt uns einen kleinen Zettel in die Hand: „CAR WATCH – For a volontary donation your vehicle will be monitored by Christopher"

Wir müssen nach Betreten des Lokals noch warten, es ist übervoll. Das Essen ist sehr gut und draußen steht unser Auto-Aufpasser, dem wir natürlich dafür auch ein Trinkgeld geben. Müde vom Essen und Bummeln sind wir froh wieder im Hotel zu sein.

Die Ampel am Tafelberg zeigt grün

11. April 1999

Saverio lag die ganze Nacht auf Lauer. Da Alesis Zimmer einen Blick auf den Tafelberg bietet, klingelt um 7 Uhr das Telefon: „ Buon Giorno! Avanti!. Es geht zum Tafelberg!" Gegen 8.30 Uhr sind wir an der Talstation der Seilbahn. Jetzt sind die Parkplätze schon rar. Saverio findet noch einen Platz in der Nähe, während ich die Karten löse. Erwachsene zahlen 60 R und Kinder bis 16 nur 32 R. Unsere Rundgondel dreht sich auch um die eigene Achse, ein besonderer Gag. Oben offenbart sich ein wahrhaft gigantischer Blick auf Kapstadt und die Kaphalbinsel. Wir haben Glück, der Tafelberg trägt nicht sein berühmtes Tafeltuch, das wir schon sahen. Das tut es, wenn der „Cape Doctor", der Südostwind, kondensierte Feuchtigkeit aus der False – Bay gegen das Bergmassiv drückt und eine Wolkenschicht erzeugt, die sich wie eine Tischdecke auf das Hochplateau ausbreitet. Im Osten erhebt sich die Flanke des Deavel´s Peak (1001 m), im Westen die des 670 m hohen Lion´s Head, weit draußen im Meer lässt sich die Gefangeninsel Roben Island, auf der Nelson Mandela jahrzehntelang unter dem Apartheidregime einsaß, ausmachen. Hier oben wachsen über 2000 wilder Pflanzen, allein über 1200 Protea –Arten. Leider blühen sie jetzt im Herbst nicht. Nicht vergessen der höchste Punkt misst genau 1087,10 m.

Der Blick von hier oben fasziniert. Ich bestaune diese Schöpfung hier. Einfach wunderbar! Jeder geht für sich und atmet diese wundersame Ausblicken in seine Seele.

Ria will eine verdörrte Pflanze, die aussieht wie eine Tier, in Nahaufnahme fotografieren. Das geht nur in der Hocke. Bei dem unebenen Gelände kann sie schlecht zurückgehen. Sie beugt den Oberkörper zurück und fällt in eine Kuhle und ist nur mit vereinten Kräften wieder auf die Beine zu stellen.

Auf den ansonsten bequemen und gut ausgeschilderten Wegen treffen wir häufig auf eine zahme Tierart: Rock Dassie (Procavia capensis). Die Tiere ähneln Murmeltieren.

Gut, dass Saverio uns so frühzeitig hierher gebracht hat, denn unten ist, als wir wieder an der Talstation sind, der Rummel ausgebrochen. Autoschlangen und Menschenschlangen begegnen sich.

Vom Bad in der Menge zum Sonnenbad sind es keine 30 Minuten, denn Saverio fährt mit uns zur Camps Bay . Dieser Ort ist ein beliebter Treffpunkt zum Sehen und Gesehenwerden. Hier gibt es schöne Strände, schicke Restaurants und einige Luxushotels. Wir essen vorzügliche Pizza und Salat und gehen einmal an den Atlantik. Es ist heiß. Hier am Victoria Drive liegen vornehme Vororte wie an einer Perlenschnur aufgereiht. Traumhafte Häuser und Bepflanzungen, sowie meistens ein Auto der gehobenen deutschen Luxusklasse vor der Garage: Bakoven, Llandudno, Hout Bay. Hinter Hout Bay beginnt der bekannte Chapman´s Peak Drive.

Wovon Mister Chapman nichts ahnen konnte: Generationen , nachdem er als angeblich erster britischer Seemann die Bucht von Hout Bay betreten hatte, bauten ,nicht wie lt ADAC-Karte italienische Kriegsgefangene , sondern aufgrund von neueren Recherchen 700 Sträflinge (s.Dumont Rctig Reisen "Südafrika) 1915 – 1922 die nach ihm benannte, spektakuläre Panoramastraße, die als schönste ganz Südafrikas gilt. Wo an der felsigen Steilküste Sandstein auf Granit lagert, führt uns der Chapman´s Peak Drive kurvenreich und immer wieder neue malerische Ausblicke auf den Ozean und blau schimmernde Berge und gichtumtoste Klippen genießen wir von kleinen Haltebuchten aus bis Noordhoek. Christian als Copilot führt uns nach Simon´s Town. Wir überlegen, ob wir hier nicht ein paar Tage noch wohnen wollen und fragen nach Unterkünften: entweder zu teuer oder billige Absteige. Ein junger Mann begrüßt uns als hätte er dem Bildnis des Dorian Gray Pate gestanden. Am Strand in Boulders treffen wir auf Pinguine. Es ist eine ganze Kolonie, die dort wohnt.

Nach so vielen Eindrücken fährt Saverio uns noch zur Waterfront zum Abendessen bei HILDEBRAND. Der Inhaber ist Italiener. Für Saverio kein Problem eine angeregte Unterhaltung zu führen. Hier esse ich nun mein Straußensteak. Vielleicht noch eine Anmerkung zu Waterfront. Die Restaurants, Bars, Geschäfte, Kinos, Hotels und Theater locken jährlich 10 Millionen Besucher an. Die Waterfront gilt auch abends als sicher. Ähnlichkeiten mit San Francisco, Las Vegas oder Chicago usw. sind wohl nicht rein zufällig.

Ein weiterer wunderbarer Tag geht zu Ende.

Von Kapstadt zum Kap

12. April 1999

Gegen 10 Uhr brechen wir auf zum Kap der guten Hoffnung.

In Simon´s Town machen wir Mittagrast und essen in einem kleinen Restaurant Hake or Kingclip. Es schmeckt vorzüglich und die Lage ist ebenfalls sehr idyllisch.. Hier ist der wichtigste Marinestützpunkt des Landes. Der Ort mit den kleinen Gassen und der „historischen Meile" mit ihren zu Kulturdenkmälern erklärten Häusern hat etwas Britisches an sich. Auf dem betriebsamen Marktplatz Jubilee Square direkt Wasser steht die bronzene Statue von „Just Nuisance". Die dänische Dogge diente den Briten im 2. Weltkriege als Marine –Maskottchen.

Es ist heiß. Das treibt Saverio zu einer heißen Formel - Eins - Fahrt zum Cape of Good Hope Naturreservat. Eintritt 20 Rand. Wir erhalten eine kleine Karte, die die Wege zu den schönen Stränden zeigt. Das Naturreservat , durch das wir nun zur Kapspitze fahren, ist die Heimat einer reichen Tier – und Pflanzenwelt. Wir parken kurz vor der Drahtseilbahn, die uns für 20 Rand nach oben bis kurz vor den Leuchtturm befördert, einer der lichtstärksten der Welt. Wir spazieren den mit kleinen Aussichtsbuchten befestigten Wege nach oben. Von hier oben schaut man direkt auf die Nahtstelle zwischen Atlantischem und Indischem Ozean. Ringsherum, so weit das Auge reicht, erstreckt sich die tiefblaue Weite der beiden Weltmeere. Ein großer Frachter gleitet lautlos in der Ferne vom Atlantik in den Pazifik. Die Kaproute ist heute eine die am häufigsten befahrene Schiffroute der Erde; jährlich fahren etwa 24.000 Schiffe um das Kap. Ab und zu eine Windbö unter uns die machtvolle Brandung macht wohl das Capefeeling aus, dazu gehört dann auch die so genannte Windstoßfrisur.

Kap der Guten Hoffnung, Landspitze im Südwesten Südafrikas, in der Provinz Western Cape nahe Kapstadt. Die Landspitze erhebt sich 256 Meter über den Meeresspiegel und markiert für Schiffe, welche die Gewässer befahren, den Übergang vom Südatlantik in den Indischen Ozean. Sie wird irrtümlich als südlichster Punkt des Kontinents betrachtet; tatsächlich ist das südöstlich davon gelegene Kap Agulhas der südlichste Punkt Afrikas. Der erste Europäer, der das Kap der Guten Hoffnung umrundete, war der portugiesische Seefahrer Bartolomeu Diaz – er fand damit 1488 den Seeweg nach Osten. Er nannte das Kap Cabo Tormentoso (Kap der Stürme). In Anbetracht der wirtschaftlichen Bedeutung der neuen Seeroute wurde es von Johann II. von Portugal in Cabo da Bõa Esperança (Kap der Guten Hoffnung) umbenannt. Danach wurde das Kap erst wieder 1497 von einem Europäer umrundet, als der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama die erste Seereise von Europa nach Indien unternahm.

Christian und Saverio entdecken an einem Strand Impalas und Strauße in freier Wildbahn. Hier am Meer könnte ich sitzen bleiben und philosophieren. Eine Kette Enten steigt auf und zieht vor uns vorüber. Bei Sonnenuntergang verlassen wir diese Gegend und fahren zurück nach Kapstadt. Doch haben wir uns vorgenommen noch einmal hierher zu fahren.

In der Burg Street gehen wir zum Spur - Steakhouse und dann ins Hotel in unseren Pub. Hier lassen wir den schönen Tag ausklingen.

Kapstadt – Aquarium der 2 Ozeane – Bloubergstrand

13. April 1999

Heute ist Stadttag. Saverio und ich gehen Geld wechseln; Ria kauft bei Woolworth Strümpfe en masse, weil die so gut sitzen.

Anschließend noch einmal zur Waterfront und dort in das TWO OCEANS AQUARIUM. 1995 fertiggestellt, informiert es vielseitig und interessant über das Leben in den beiden Ozeanen, die Südafrika umgeben. Es erinnert mich an das ähnliche Aquarium wie in New Orleans. Die Kinderecke ist nett und lehrreich gestaltet. Im Haifischbecken wird gearbeitet. Die Raubfische gleiten über ein Glasdecke über uns. Herrlich die Haie gleiten zu sehen, weniger herrlich das mit pfeilspitzen Zähnen versehene Fischmaul. In einem Terrarium ein weißer Alligator. An einer Tafel steht, dass Right Wale gesichtet worden seien.

Wir bummeln noch einmal durch die Waterfront Mall. Ich kaufe CDs mit afrikanischer Musik. fahren dann weiter über Milnerton an den Bloubergstrand der Table Bay. Am kilometerlangen Strand spazieren wir. Auf dem Atlantic liegt Nebel. Der Tafelberg ist gut zu sehen und plötzlich durch den Nebel verschwunden oder schaut nur halb aus dem Soledunst heraus. Ein faszinierendes Schauspiel durch Sonne und Nebelschwaden. Wirklich jede Bucht ist anders. Bei eintretender Dämmerung fahren wir zurück zum Hotel. Abendessen, Postkarten schreiben und lesen und schlafen.

Die zweite Fahrt zum Kap und eine Überraschung

14. April 1999
 

Heute ist unsere zweite Fahrt zum Kap. Wir wollen die Affen suchen, die wir das letzte Mal nicht gesehen haben. Bei dem kleinen Fischerort Kal Bay haben wir einen herrlichen Blick auf Muizenberg und auf die „False Bay", die falsche Bucht. Manche Schiffführer meinten sie wären schon ums Kap herum, doch sie waren in der falschen Bucht. An der Küste entlang führt die M4 nun nach Fish Hoek. Beim Fahren entdeckt Ria plötzlich einen Walfisch. Saverio hält an und wir sehen dann auch den zweiten Wal. Die riesige Flossen schlagen mit gewaltigem Klatschen auf das Wasser. Bei drehen und tummeln sich vor unseren Augen, ca. 100 m entfernt. Wahrscheinlich paaren sich hier die Wale. Ich erinnere mich an den Hinweis im Aquarium. Vielleicht sind es die Southern Right Wales, wie sie dort bezeichnet wurden. Ein unglaubliches Erlebnis. Das ist eine Überraschung, denn Einheimische meinen, dass sie erst ab September zu sehen sind. Wir fahren weiter nach Simon´s Town. Hier essen wir wieder in unserem Seafood-Restaurant „Salty Sea Dog" Es ist heiß hier am Indischen Ozean. Wir brechen auf und kommen wieder zum Kap.

Saverio fährt zunächst einmal zur Seilbahnstation. Hier trinken wir Kaffe und erleben wie ein Affe blitzschnell auf einen Tisch springt und einem Mann sein Sandwich entreißt. Der ist total aufgeregt und beschwert sich beim Kiosk und will ein neues haben. Doch ohne Erfolg. Überall wird gesagt, man soll sich vor diesen Baboons (Affen) in acht nehmen. Als wir zum Auto gehen sehen wir einen Affen auf dem Dach eines Jeeps sitzen und Plastiktüten öffnen und nach Sachen durchsuchen.

Saverio kutschiert uns zu allen Buchten, die wir noch nicht gesehen haben. Endlich bei Bordjiesdrief sind unsere gesuchten Vorfahren. Sie springen aufs Auto. Leichte Panik, ob auch die Fenster geschlossen sind. Die Affen sind vergnügt und reagieren gelassen auf Saverios zurufen: Hallo, Affe!" Außerdem haben sie keinen Respekt. Sie klettern auf ein Denkmal Vasco da Gamas und setzen sich sogar auf ein Kreuz. Wir fahren auch an die Platboom Bay und Hoek van Bobeljaan. Überall einzigartige Ausblicke auf das Cap und den Strand und das Meer. Wunderbares Wetter, wunderschöne Erlebnisse, einfach ein tolles Fleckchen Erde.

Nachdem wir alle Winkel abgefahren sind und während die untergehende Sonne bereits den Atlantik rot färbt , fahren wir über Simon´s Town zurück über den Red Hill nach Scarborough. Plötzlich sehen wir übergroße Wildtiere in Holz geschnitzt oder Stein gemeißelt. Sie werden in der Dunkelheit angeschienen. Wir halten an und schauen uns die einzigartige Ausstellung an. Im bekannten Camel – Rock –Restaurant essen wir sehr gut zu Abend. In der Dunkelheit noch einmal Stopp vor Kapstadt. Kapstadt im Lichtermeer. Einfach grandios! Am Himmel besonders klar die Sternbilder: z.B. Andromeda.

Greenmarket - Place

15. April 1999

Heute regnet es furchtbar. Die Stände auf dem Greenmarket – Place kämpfen gegen das Wasser. Doch die Menschen hier sind froh, dass es regnet. Das sei ganz wichtig jetzt, sagte mir der Türsteher am Hotel. Saverio bringt uns wieder wohlbehalten ins Hotel zurück. Er klärte mich auch auf, dass es meistens hier in Kapstadt nur drei Jahreszeiten gebe: Frühling – Sommer und Winter.

Wir bummeln noch einmal durch alle Malls und Geschäft in unserer Nähe und zum Schluss kaufe ich noch ein paar Giraffen aus Holz. Ein Mädchen gibt mir einen Sonderpreis.

Am Nachmittag fahren wir nochmals hinaus. Diesmal nach Constantia.

Hier liegt Südafrikas älteste Weinregion. Die Weingüter liegen zu dieser Zeit still am Wegesrand. Wir fahren vorbei und machen eine Rundfahrt durch den wohlhabenden Ort. In einem Markt kaufen wir noch einen Wein ein und essen vorzüglich in einer Pizzeria. Die Large Pizza ist wohl als Familienpizza gedacht.

Draußen taucht die untergehende Sonne den Himmel in ein Feuerrot.

Abschied von Kapstadt

16. April 1999.

Gegen Mittag checken wir aus. Fahrt zum „Lughaven" über die Autobahn. Am Rande dieser Strecke sehen wir Schwarze en masse, manche beladen, manche sieht man zu ihren Wohnstätten laufen. Da wir uns verfahren, sehen wir, dass sie kilometerweit laufen müssen, um zu ihren Wellblechhütten zu gelangen. Wenn man dieses Laufprogramm täglich vor und nach der Schule oder der Arbeit bewältigen muss... Na, danke!

Wir suchen noch eine Tankstelle, das uns nach langem Suchen gelingt. Wir geben das Auto bei Avis ab. Abflug mit KLM mit einem Rundflug ums Kap. Der Pilot fliegt langsam und erklärt uns die  Kaplandschaft. Kurz nach Kapstadt sehen wir auf der Erde riesige Kreisfelder, diese, so erklärt uns Christian, sind Berieselungssysteme. Dies hören wir auch von einem Mann, der hinter uns sitzt. Nach einem Zwischenstopp in Johannesburg nehmen wir Abschied von einer interessanten und wunderbaren Rundreise durch Südafrika. Wir fliegen noch lange über viele Länder Afrikas, die noch zu unsicher sind, in denen die demokratischen Freiheitsrechte des Menschen noch nicht für alle garantiert sind, um sie besuchen zu können. Sicher werden wir noch mal den Kontinent besuchen.

Ein Zitat aus der Rede Nelson Mandelas zur Amtseinführung als erster schwarzer Präsident Südafrikas : „.. .Als ich das Gefängnis verließ, war es meine Aufgabe., beide, den Unterdrücker und den Unterdrückten, zu befreien. Manche sagen, das sei nun erreicht. Doch ich weiß, dies ist nicht so, Die Wahrheit ist, wir sind nicht frei, wir haben erst die Freiheit erreicht, frei zu sein, das Recht nicht unterdrückt zu werden. Wir haben nicht den letzten Schritt unserer Wanderung getan, sondern den ersten auf einem längeren, noch schwierigeren Weg. Denn um frei zu sein, genügt es nicht, nur einfach die Ketten abzuwerfen, sondern man muss so leben, dass man die Freiheit des anderen respektiert und fördert."

Amsterdam – Hannover – Braunschweig

17. April 1999

Am frühen Morgen gegen 5.30 landen wir nach einem ruhigen Flug in Amsterdam. Wir müssen noch 2 Stunden warten, bevor uns eine Turboprop der Eurowings nach Hannover bringt. Hier wartet bereits unser Taxifahrer auf uns. Er bringt uns sicher nach Hause zurück. Beim Aussteigen erzählt er, dass er auch Italiener sei:

Wir verabschieden uns von Christa und Saverio und freuen uns schon auf die Kartoffelsuppe von Oma.